Perfekt angepasst: Das neue Rüstfahrzeug der Feuerwehr Salzburg auf Basis eines Arocs 2546

Fahrzeug & Technik

Ein Stern, der durchs Feuer geht.

Moderner Einsatz-Lkw: Die Berufsfeuerwehr Salzburg hat kürzlich ein neues schweres Rüstfahrzeug auf Basis eines Mercedes-Benz Arocs 2546 in Dienst gestellt.


Meterhohe Flammen, tiefschwarze Rauchschwaden, bis zur Unkenntlichkeit ineinander verkeilte Autos – wer bei der Berufsfeuerwehr Salzburg arbeitet, hat oft einen hohen Adrenalinspiegel. Durchschnittlich zehn Mal pro Tag heißt es Brände löschen und bei Verkehrsunfällen helfen. Ihr Alarm schrillt aber auch, wenn Personen aus versperrten Wohnungen zu retten sind, heftige Sturmböen Dächer abdecken, bei Überschwemmungen und Wasserrohrbrüchen oder wenn sich Haustiere nicht mehr selbst aus misslichen Lagen befreien können.

Spezialfuhrpark mit 50 Fahrzeugen.

Die 128-Mann starke Truppe ist für Extremeinsätze in luftigen Höhen ebenso ausgebildet wie für die Suche nach und Rettung von abgängigen Personen in Flüssen und Seen sowie für Dutzende weitere Notfallsituationen. Dabei können sie auf einen Fuhrpark von rund 50 Spezialfahrzeugen vertrauen. Seit kurzem ergänzt ein schweres Rüstfahrzeug die Flotte – auf Basis eines Mercedes-Benz Arocs 2546 6x2.



Genau auf die Bedürfnisse abgestimmt.

Der stellvertretende Branddirektor Werner Kloiber, Fahrzeugoffizier Stefan Jakolitsch und Fahrmeister Thomas Karl sind vom neuen Star im Fuhrpark der Wache Maxglan mit der Kurzbezeichnung SRF-K begeistert: „Das Fahrzeug spielt alle Stückl und ist genau auf unsere Einsatzbedürfnisse abgestimmt.“ Kein Wunder: in einem rund zweijährigen Prozess wurden Einsatzmöglichkeiten besprochen, Ausstattungsmerkmale diskutiert und Leistungskriterien definiert.

Durchdachte Ausstattung.

Die Anforderungen: ein extrem leistungsfähiger Kran, eine mitlenkende Nachlaufachse und ein kurzer Radstand für größtmögliche Wendigkeit. Zudem durfte eine Bauhöhe von maximal 3,65 Meter nicht überschritten werden, damit das Fahrzeug auch in der Salzburger Innenstadt mit ihren teils sehr niedrigen Unterführungen ohne Einschränkungen zum Einsatz kommen kann. „Mit einem permanenten Allradantrieb wäre das Fahrzeug dafür zu hoch gewesen“, erklärt Werner Kloiber. „Um trotzdem auch bei schlechteren Fahrbedingungen und auf steil ansteigenden Straßen möglichst mobil zu sein, haben wir uns für eine zusätzlich hydraulisch angetriebene Vorderachse entschieden.“ Bei Bedarf leitet die am Motor angebrachte Hochdruckpumpe des Hydraulic Auxiliary Drive (HAD) Druck an die Radnabenmotoren der Vorderachse weiter. Hier presst der Druck Zylinderkolben nach außen, die wiederum den Nockenring antreiben und für zusätzliche Antriebsenergie sorgen.


Mercedes-Benz Arocs 2546 6x2 Rüstfahrzeug.

  • Hydraulic Auxiliary Drive (HAD)
  • Palfinger PK 42.002 SH G Ladekran mit 20,8 Meter Ausladung und 2,5 Tonnen Seilwinde samt Seilwindensynchronsteuerung
  • 20 kVA Einbaustromgenerator
  • 8 Tonnen Treibscheibenwinde
  • Druckluftkompressor (Betriebsdruck 14 bar)
  • Plasmaschneidegerät
  • Hebekissen (1 bar und 12 bar)
  • Verkehrsleiteinrichtung
  • Lichtmast

Sorgfältige Planung der Anschaffung.

Die Problemstellungen und deren Lösungen wurden bei der Berufsfeuerwehr Salzburg in einer speziell eingerichteten Sondergruppe diskutiert. Dabei wurden auch Wünsche, Erfahrungen und Anregungen aus der Praxis berücksichtigt. Alle Anforderungen wurden in ein Gesamtkonzept gegossen und mit dem Generalunternehmer, dem Empl-Fahrzeugwerk in Kaltenbach, abgestimmt, wie Werner Kloiber erklärt. Der Salzburger Feuerwehrmann lächelt: „Das ging teilweise so weit, dass von den Mitgliedern dieser Sondergruppe auch in der Freizeit Möglichkeiten zur Verbesserung recherchiert wurden. Das Engagement war gewaltig und die Freude, das Fahrzeug nun tatsächlich bei uns zu haben, ist riesig.“



Guter Service, hohe Flexibilität.

Für Werner Kloiber erhöht das SRF-K durch seine Ausstattung und seine vielen Aufbauten die Flexibilität der gesamten Truppe. „Wir decken damit zahlreiche Einsatzeventualitäten bis hin zum Absetzen eines Rettungsbootes in ein schwer zugängliches Gewässer ab.“ Wenn keine Slipanlagen zur Verfügung stehen, wird der Kran ausgefahren, um das Boot vom Anhänger ins Wasser zu setzen. „In den Aufbau und die Ausstattung sind sehr viele Überlegungen geflossen“, sagt Werner Kloiber. „Es ist schön zu sehen, dass sich dieser Aufwand nun im Einsatzalltag voll bewährt.“ Inwieweit spielte bei der Beschaffung der Stern am Kühlergrill eine Rolle? Werner Kloiber: „Grundsätzlich ist so ein Prozess natürlich herstellerneutral, aber da wir mit Mercedes bislang sehr gute Erfahrungen gemacht haben und eine jahrzehntelange Ersatzteilversorgung sowie eine exzellente Servicierung gegeben sind, freuen wir uns, dass es ein Mercedes geworden ist.“



Fotos: Sebastian Freiler

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