Unterwegs mit Sonja Siewertsen: ein Nordlicht und ihr Actros

Roadstars stellt vor

Frauenpower am Steuer.

Sonja Siewertsen war ein richtiges Autokind. Dass sie nun selbst stolz am Steuer ihrer „Luna“, einem weißen Actros 1843 sitzt, musste sie sich allerdings hart erarbeiten.

Immer schon ein Autokind: Sonja Sievertsen

Motoren, Reifen und Schrauben haben Sonja schon als kleines Mädchen begeistert. „Ich war eigentlich immer in der Werkstatt meines Vaters.“ Ihr Berufswunsch stand deshalb früh fest: Kfz-Mechatronikerin wollte sie werden. Allerdings fand sie im heimatlichen Flensburg einfach keinen Ausbildungsplatz. „Einmal wurde ein Junge vorgezogen, obwohl der schlechtere Noten als ich hatte, andere Firmen mussten mir absagen, weil sie die von der Berufsgenossenschaft vorgeschriebenen Sanitäranlagen für Frauen nicht bieten konnten.“

Also begann sie erst einmal, in einer Lkw-Waschanlage zu arbeiten. Das Umparken erledigte sie so geschickt, dass sie gefragt wurde, ob sie es sich vorstellen könne, ganz regulär am Steuer zu sitzen. Konnte sie. Weil Sonja schon einen Job hatte, wollte die Arbeitsagentur ihr allerdings keine Ausbildung zur Berufskraftfahrerin bezahlen. Vor fünf Jahren zahlte sie dann die 10.000 Euro aus der eigenen Tasche. Das hat sich gelohnt: „Ich verdiene deutlich mehr als früher, und es bringt natürlich auch mehr Spaß“, sagt die 27-Jährige und blickt stolz auf ihre „Luna“. So hat sie den drei Jahre alten weißen Actros 1843 getauft, mit dem das Nordlicht für HaGe Logistik unterwegs ist.


„Immer mal wieder wundern sich Männer, dass ich als Frau einen 13 Meter langen Truck fahre.“

– Sonja Siewertsen


Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.
Abladen in Hamburg: Sonja hat ihren weißen Actros „Luna“ getauft.

Echtes Nordlicht.

Da das Transportunternehmen auf Massengut spezialisiert ist, fährt Sonja wie auch ihre Kollegen in erster Linie Getreide, Raps, Futtermittel und Futterkomponenten sowie Holzpellets. Dabei ist sie vor allem im Norden Deutschlands und in Dänemark unterwegs und kann daher auch ab und zu im Elternhaus in Flensburg unweit der Autobahn übernachten. Dort warten einige Lieblinge auf sie: Zum einen sind dies zwei Pkw, darunter ein Mercedes ML, „der Dicke“, und ihr Motorrad „Else“, an denen sie gern selbst herumschraubt. Zum anderen sind dies ihr Schweizer Schäferhund „Sunny“ - „mein ein und alles“ –, die Boa constrictor „Shiva“ sowie 19 weitere Schlangen, darunter zwei Königspythons.

Angstfrei durch die Nacht.

Auch unterwegs ist Sonja eher unerschrocken. Gern übernachtet sie dort, wo es schön ruhig ist. Am allerliebsten ist sie allerdings am Wasser. Mit der Zeit hat sie für sich besonders schöne Orte an Badeseen und am Meer gefunden, beispielsweise auf der dänischen Insel Nykøbing Mors. Zum Einschlafen hört sie dann Hörbücher und zwar ausschließlich „Hui Buh“ und „Die drei Fragezeichen“. Manchmal hat sie dann doch ein mulmiges Gefühl, wenn sie nachts mal raus muss. Ganz allein ist sie allerdings nicht mehr, denn seit einem Jahr hat sie mit „Olli“ auf dem Beifahrersitz einen zuverlässigen Begleiter. Der kindergroße Stoffaffe samt Warnweste ist ein Geschenk ihrer Mutter und soll ihr Glück bringen.


Am liebsten übernachtet Sonja in Dänemark an schönen Plätzen am Wasser. Daheim dreht sich alles um Hund „Sunny“ und Schlange „Shiva“.
Am liebsten übernachtet Sonja in Dänemark an schönen Plätzen am Wasser. Daheim dreht sich alles um Hund „Sunny“ und Schlange „Shiva“.
Am liebsten übernachtet Sonja in Dänemark an schönen Plätzen am Wasser. Daheim dreht sich alles um Hund „Sunny“ und Schlange „Shiva“.
Am liebsten übernachtet Sonja in Dänemark an schönen Plätzen am Wasser. Daheim dreht sich alles um Hund „Sunny“ und Schlange „Shiva“.
Am liebsten übernachtet Sonja in Dänemark an schönen Plätzen am Wasser. Daheim dreht sich alles um Hund „Sunny“ und Schlange „Shiva“.
Am liebsten übernachtet Sonja in Dänemark an schönen Plätzen am Wasser. Daheim dreht sich alles um Hund „Sunny“ und Schlange „Shiva“.

Mit coolen Sprüchen kontern.

Mit Erfolg. Ihr bester Kumpel, den sie kurze Zeit später kennenlernte, heißt ebenfalls Olli. Im Job braucht Sonja neben Glück zudem Gelassenheit. „Immer mal wieder wundern sich Männer, dass ich als Frau einen 13 Meter langen Truck fahre.“ Entweder kontert sie dann mit einem markigen Spruch oder überlegt sich einen für ihre individuell bedruckten Pullis, die sie auch bei der Arbeit trägt. „Mein Chef hat zum Glück viel Humor“, lacht sie. Und egal, was manch ein Mann denkt: Dass sie einen Lkw fährt und beim Laden und Entladen von Schüttgut wie Futtermittel mit anpackt und dabei auch mal schmutzig wird, ist für Sonja nur eines – ganz normal.


Fotos: Claudia Behrend, Sonja Siewertsen, Fotolia/Nmann77

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