Bärgar-Berra und Doris – das Pannendienst-Duo, das zu Fernsehstars wurde

Reportage

Bärgar-Berra und Doris – das Pannendienst-Duo, das zu Fernsehstars wurde.

Trucker als TV-Stars? Das schien noch vor wenigen Jahren ganz unmöglich. Doch mit „Ice Road Truckers“ und anderen Serien hat sich das komplett geändert. Die Serie „Vägens Hjältar“ („Helden der Landstraße“) ist in Schweden ein Riesenerfolg geworden. Auf Kanal 5 berichtet sie von Bergungseinsätzen in und um Stockholm. Einer der beliebtesten Charaktere der Serie ist Bärgar-Berra, der mit seinem Schnauzer Doris jede Menge Probleme löst.

Pannendienst-Mitarbeiter Berra und Doris bei einem ihrer Aufträge.

Hunderttausende Zuschauer zieht es jedesmal vor den Fernseher, wenn „Vägens Hjältar“ ausgestrahlt wird. Den Profis vom Pannennotdienst bei ihrer Arbeit zuzusehen, wie sie ruhig und überlegt alle Probleme lösen – das ist wie ein Feel-Good-Film mit jeder Menge Happy Ends.

Ganz nebenbei hat die Serie viele ihrer Mitwirkenden zu Promis gemacht. Am bekanntesten ist wohl Bärgar-Berra – oder Bertil Silwing, wie er eigentlich heißt. Gemeinsam mit seiner ständigen Begleiterin, der Schnauzer-Hündin Doris, fährt er in seinem Mercedes-Benz Atego zu Einsätzen im Straßenverkehr.

„Im Pannendienst zu arbeiten, das ist mehr als ein Job, das ist ein Lebensstil“, sagt Berra, der auf 30 Jahre Berufserfahrung zurückblicken kann. „Man muss Probleme lösen können. Es geht ja nicht, dass man zu jemandem hinfährt, sich den Schaden anguckt und einfach sagt: Tut mir leid, da kann ich auch nichts machen. Einfach wieder wegfahren, das geht nicht. Schließlich hängt hier alles von uns ab. Die Leute sind ja oft auch extrem gestresst oder haben Angst, und dann müssen wir sie beruhigen und den Überblick behalten.“


Oft haben sie schon herausgefunden, welche Werkstatt helfen kann und sogar schon einen Leihwagen gebucht – bevor sie überhaupt vor Ort sind.

Helfen.

Der Verkehr in und um Stockholm ist für Schweden etwas ganz Besonderes. Und das nicht nur, weil er hier am dichtesten ist, sondern auch, weil Stockholm auf Inseln gebaut wurde. Deshalb fließt der Verkehr über Brücken und durch Tunnel, und ihn umzuleiten ist fast unmöglich. Außerdem läuft fast der gesamte Straßenverkehr von Süd- nach Nordschweden über die Straßen, die auch die Pendler in Stockholm benutzen. Ein einziges Auto mit Motorschaden kann da das gesamte Verkehrssystem lahmlegen. Deshalb wird der Stockholmer Straßenverkehr von Kameras überwacht, um ein schnelles Eingreifen der Verkehrszentrale möglich zu machen. So können Pannendienst und bei Bedarf auch Rettungsdienst und Polizei ohne Verzögerung zur Einsatzstelle geschickt werden.

„Oft sind es einfache Sachen wie zum Beispiel Autos mit einem Platten, denen das Benzin ausgegangen ist oder Ähnliches“, sagt Berra. Dann muss es vor allem schnell gehen: Das Auto muss auf den Abschleppwagen, damit der Verkehr wieder rollen kann.

„Es kann aber auch vorkommen, dass etwas richtig Ernsthaftes eintrifft. Dass der Fahrer zum Beispiel krank ist, oder dass am Wagen ein Schaden aufgetreten ist, den man auf den Kameras nicht sieht. Wir sind auf alles vorbereitet und helfen in jeder Situation.“

Berra und seine Kollegen sind bestens vernetzt mit Versicherungen, Werkstätten und Autoverleihfirmen. Oft haben sie schon herausgefunden, welche Werkstatt helfen kann und sogar schon einen Leihwagen gebucht – bevor sie überhaupt vor Ort sind. „Unsere Arbeit besteht ja nicht darin, einfach Autos wegzuschleppen, sondern Menschen zu helfen.“


Ein einziges Auto mit Motorschaden kann den gesamten Verkehr lahmlegen.

Rücksichtsvolleres Verhalten im Straßenverkehr.

In den letzten Jahren wurde die Sicherheit von Mitarbeitern von Pannendiensten stärker thematisiert. Autofahrer gehen nicht vom Gas, und sowohl Pannen- als auch Rettungsdienst haben schon Mitarbeiter bei tödlichen Unfällen verloren. Berra findet allerdings, dass die Fernsehserie dieser Entwicklung entgegenwirkt.

„Jetzt wollen die Leute mit uns über unsere Arbeit reden. Sie verstehen einfach besser, was wir tun, und ich finde, sie sind auch eher dazu bereit, anzuhalten und einem anderen Verkehrsteilnehmer zu helfen. Insgesamt finde ich, dass die Leute inzwischen vorsichtiger fahren, wenn sie sehen, dass wir vor Ort sind. Ich meine, wir müssen ja alle gut miteinander klarkommen.“

Das Miteinander-Klarkommen im Straßenverkehr ist für Berra extrem wichtig: „Schade, dass man nicht viel mehr in die Überwachung von Verhalten im Straßenverkehr investiert. Wer zu dicht auffährt oder auf der falschen Seite überholt, sollte einfach höhere Versicherungsprämien zahlen müssen. Übers Portemonnaie lässt sich Vieles regeln.“


Berras ständige Begleiterin — Schnauzerhündin Doris.

Inzwischen ist Berra nicht mehr einfach Mitarbeiter beim Pannendienst, sondern verantwortlich für die Pannendienst-Station, bei der er arbeitet. Hier nutzt man unter anderem drei Mercedes-Benz Atego für die Bergung von Pkw in Stockholm. Einer davon hat eine doppelte Ladefläche, so dass die Autos in zwei Etagen darauf abtransportiert werden können. Hat er ein Auto vorn geladen, kann er also ganz allein insgesamt drei Wagen gleichzeitig abtransportieren.

„Das sind wirklich klasse Autos mit einem fantastischen Wenderadius, und so etwas weiß man zu schätzen, wenn man beim Pannendienst arbeitet. Wir nehmen diese Wagen auch für Einsätze in der Innenstadt, weil sie selbst auf engem Raum perfekt funktionieren.“


Mercedes-Benz Atego, der in Stockholm zum Bergen von Pkw genutzt wird. Einer davon mit doppelter Ladefläche, so dass die geborgenen Autos auf zwei Etagen transportiert werden können.

Fotos: Bertil Silwing

6 Kommentare

👍👍👍👍
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👍👍👍
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Like, like, like!)))
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Schön und Gut, dass es weltweit solche Kollegen/innen gibt, die uns im Bedarfsfall "aus der Patsche" helfen 😄
Daaankeschön an dieser Stelle 👍👍👍
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in Schweden eine Panne zu haben ist so was schönes denn da ist man auch der König mit einer Freundlichkeit die man bei uns lange suchen muß. Das betrifft nicht alle aber es gibt immer noch zu viele.
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Super!👍
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