Azubitruck: Ein eigener Actros für die Berufskraftfahrer von morgen

RoadStars trifft

Von der Pike auf.

Beim Logistikdienstleister Sievert Handel Transporte aus Lengerich sitzen die angehenden Berufskraftfahrer nicht nur am Steuer, sondern fahren und warten einen Actros 1846 in Eigenregie.

Wenn Kenneth nicht in der Berufsschule ist, übernimmt er seit dem Beginn des dritten Lehrjahrs mit dem Actros eigene Touren.

An seine erste Lkw-Fahrt erinnert sich Kenneth Fischer noch ganz genau: „Mein Fahrlehrer und ich waren in Osnabrück unterwegs“, erzählt der 21-Jährige. „Echt beeindruckend – so ein Lkw fühlt sich vom Steuer aus gesehen erst mal riesig an.“

Schon nach dem Schulabschluss war für Kenneth ganz klar: „Ein Job am Schreibtisch wäre nichts für mich.“ Weil er bereits mit seinem Vater zusammen gern und viel an Autos herumgeschraubt hat, kam bei ihm die Idee Lkw-Fahrer zu werden. Das Praktikum bei dem Logistikdienstleister Sievert Handel Transporte (sht) gefiel ihm dann so gut, dass er sich für einen Ausbildungsplatz als Berufskraftfahrer bewarb. Mit Erfolg.

Nach einigen Monaten als Beifahrer, in der Disposition, im Lager und in der Werkstatt war die erste Fahrstunde eine wichtige Etappe: „Das Fahren hat die Sache natürlich noch interessanter gemacht“, betont Kenneth, der mittlerweile im dritten Lehrjahr ist. 


Viel Vertrauen und viel Verantwortung.

Ein Pluspunkt ist eine Besonderheit bei seinem Ausbildungsbetrieb: Seit August 2017 steht auf dem Betriebshof von sht in Lengerich ein neuer Actros 1846, der allein von den Azubis gefahren, gewartet und gepflegt wird. „Vom Waschen bis zu kleinen Reparaturen kümmern wir uns um alles selbst“, berichtet Kenneth. Andere Azubis, die er in der Berufsschule trifft, werden da schon mal neidisch. Umso mehr freut sich Kenneth: „Ich bin natürlich stolz darauf, dass mir diese Verantwortung anvertraut wurde.“

Genau das war auch die Idee des Fuhrparkmanagements: „Wir wollen aus motivierten jungen Menschen qualifizierte Profifahrer machen. Dafür müssen wir ihnen schon früh Verantwortung übertragen und ihnen das entsprechende Vertrauen entgegenbringen“, sagt Sabrina Hukriede, kaufmännische Leiterin des Fuhrparkmanagements.


„Ein Job am Schreibtisch wäre nichts für mich.“

– Kenneth Fischer


Neue Technik auch für neue Mitarbeiter.

Es gibt allerdings noch einen weiteren wichtigen Aspekt: „Wir möchten unsere Lehrlinge früh mit den Sicherheitssystemen von Mercedes-Benz vertraut machen“, erläutert der technische Fuhrparkleiter Burkhard Lippold, der auch für die Ausbildung der Berufskraftfahrer verantwortlich ist. „Der Nachwuchs soll sein Handwerkszeug natürlich mit einer Technik lernen, die up to date ist.“

„Für mich ist die komplexe Fahrzeugtechnik quasi von Anfang an in den Berufsalltag mit eingeflossen“, berichtet Kenneth. Einsetzen können die künftigen Fahrer ihr Know-how nach dem Ausbildungsabschluss dann beispielsweise bei den 40 in diesem Jahr neu angeschafften Mercedes-Benz Trucks. Wenn es um ökonomisches Fahren geht, können alle Fahrer des Unternehmens Rat bei zwei Eco-Fahrtrainern suchen.


Reiselust und Fernweh.

Komplett eigenverantwortlich ist Kenneth, wenn er auf Tour ist. Und da der andere Auszubildende erst mit den Fahrstunden beginnt, sitzt in den kommenden drei Monaten noch ausschließlich Kenneth am Steuer des Azubitrucks mit seinem Siloauflieger. Im Umkreis von etwa 250 Kilometern fährt er wie die Kollegen Touren und beliefert beispielsweise Baustellen mit Baumaterial und ein Betonmischwerk mit Zement und Sand. „Morgens komme ich zum Platz, mache die Abfahrtskontrolle und schaue im Telematiksystem nach, was ich wo und wann lade. Und dann geht’s auch schon los“, berichtet er routiniert.

Inzwischen steht er kurz vorm Abschluss seiner Ausbildung. Bei der Frage, worauf er sich besonders freut, muss Kenneth nicht lange überlegen: „Dass ich dann weiter weg komme, ins Ausland zum Beispiel und viel sehe.“ Nur den Azubitruck, den wird er vielleicht ein klein wenig vermissen.


Fotos: Sputnik

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