Felix Amann fährt den neuen Arocs schon vor dem Serienstart – Teil 1

Serie: Kundenerprobung neuer Arocs

Der neue Arocs.

Der Arocs setzt den Maßstab im Bauverkehr – und wird jetzt dank bahnbrechender Technik noch besser: MirrorCam und Displays ersetzen die Außenspiegel. Und das verbesserte Predictive Powertrain Control lässt sich auch für Überlandstrecken einsetzen. Felix Amann fährt den neuen Arocs schon.

Erster Fahrer des neuen Arocs: Felix Amann.
Erster Fahrer des neuen Arocs: Felix Amann.
Der neue Arocs unterwegs im Hegau.
Der neue Arocs unterwegs im Hegau.
Kraftvolle Erscheinung mit revolutionären Neuerungen – MirrorCams ersetzen die Spiegel.
Kraftvolle Erscheinung mit revolutionären Neuerungen – MirrorCams ersetzen die Spiegel.
Felix fährt seit 24 Jahren Lkw.
Felix fährt seit 24 Jahren Lkw.

Das Werksgelände Meichle + Mohr im Morgengrauen. Schemen von Silos, Förderbändern, Berge von Kies und Splitt. Wie aus dem Nichts kommt das grelle LED-Licht des Radladers auf die Kippmulde zu. Ein leichtes Ruckeln – die erste Schaufel Kies prasselt in den Auflieger, noch eine, dann eine dritte. „Das sind knapp 27 Tonnen. Wir haben es immer mit schwerer Ladung zu tun“, sagt Felix Amann. Noch kurz zur Waage, dann raus aus dem Radolfzeller Werksgelände, rechts abbiegen und los.

Es geht Richtung Hegau im Nordwesten des Bodensees. In der Region haben Vulkane und Eiszeiten über Millionen Jahre ihre Spuren hinterlassen – wunderschön, aber topografisch anspruchsvoll. Ein ewiges Auf und Ab und Links und Rechts, immer wieder Verkehrskreisel, Kreuzungen, Ortschaften, dabei ordentlich Verkehr.


Felix fährt den neuen Arocs im Rahmen der Kundenerprobung, dem letzten Dauertest vor dem Serienstart. „Ich bin gespannt, wie ich mit der MirrorCam klarkomme. Das Fahrzeug hat keine Rückspiegel mehr“, sagt der 51-Jährige. Außerdem ist sein neuer Arocs mit dem verbesserten Predictive Powertrain Control ausgestattet. Die automatische Tempomat- und Getriebesteuerung nutzt jetzt noch präzisere digitale Straßenkarten, die Daten über die Topografie, den Kurvenverlauf, die geometrische Beschaffenheit von Kreuzungen und Kreisverkehren sowie Verkehrszeichen enthalten. Das System optimiert die Fahrweise damit nicht nur in Gefällen und Steigungen, sondern auch auf kurvigen Überlandstrecken, auf denen der Einsatz des Tempomat bisher nicht ratsam war.


Das grüne Symbol in Display leuchtet – Predictive Powertrain Control ist aktiv.
Das grüne Symbol in Display leuchtet – Predictive Powertrain Control ist aktiv.
Verkehrskreisel – Predictive Powertrain Control wählt die passende Geschwindigkeit zum Durchrollen.
Verkehrskreisel – Predictive Powertrain Control wählt die passende Geschwindigkeit zum Durchrollen.
Predictive Powertrain Control wählt die Geschwindigkeit so, dass am Schild Tempo 50 anliegt. Natürlich ohne zu bremsen!
Predictive Powertrain Control wählt die Geschwindigkeit so, dass am Schild Tempo 50 anliegt. Natürlich ohne zu bremsen!
Mit Tempomat-Unterstützung entspannt und trotzdem aufmerksam auf den Verkehrskreisel zurollen – zum Vorfahrtgewähren muss Felix eingreifen.
Mit Tempomat-Unterstützung entspannt und trotzdem aufmerksam auf den Verkehrskreisel zurollen – zum Vorfahrtgewähren muss Felix eingreifen.

Durchrollen.

Die Probe aufs Exempel: Felix erreicht den ersten Kreisverkehr. Die grüne Markierung links unten im Zentraldisplay leuchtet, Predictive Powertrain Control ist aktiv. Der Sattelzug wird im Tempomatbetrieb langsamer, ohne zu bremsen. Felix schaut nach links, freie Bahn. Er muss nur lenken. Zur ersten Ausfahrt fährt er wieder raus, direkt in eine Steigung – ordentlich Arbeit für die 338 kW des OM 471. Dann geht es ein Stück geradeaus, eine scharfe Rechtskurve folgt. Predictive Powertrain Control nimmt wieder Gas weg, der Arocs rollt und verliert langsam Geschwindigkeit. Genau so viel, dass er mit optimalem Tempo durchrollt. „Das kann man einfach nicht besser machen“, sagt Felix, der 24 Jahre Erfahrung als Lkw-Fahrer mitbringt.

Die nächste Steigung kommt mit zehn Prozent. Hier gibt es erst einmal das Thema, in Schwung zu bleiben. Aber dann geht es ja auch gleich wieder bergab. Predictive Powertrain Control macht seinen Job perfekt. „Immer wenn ich denke, dass ich eigentlich zurückschalten würde, schaltet das System zurück“, sagt Felix. Oder es erlaubt doch noch einen Moment länger eine etwas höhere Geschwindigkeit und sorgt so für eine zügigere Fahrt. Genauso schaltet sich EcoRoll noch ein bisschen früher ein und bleibt länger aktiv bei gleichzeitig optimalem Verbrauch.



Volle Konzentration.

Für den Fahrer ist es wichtig, jederzeit voll konzentriert zu bleiben, denn Predictive Powertrain Control ist ein Assistenzsystem – und kein autonomes Fahren. Felix: „Als Fahrer muss ich jederzeit die anderen Verkehrsteilnehmer im Blick haben. Das kann das System nicht. Es wählt zwar die passende Geschwindigkeit für eine Fahrt durch den Kreisverkehr. Aber beispielsweise Vorfahrt gewähren, das muss ich tun – das kann das System natürlich nicht.“  

Außerdem signalisiert Predictive Powertrain Control durch das grüne Feld, ob es den Fahrer bei der Wahl der Geschwindigkeit und Steuerung des Triebstrangs unterstützt. Leuchtet das Feld nicht, muss der Fahrer selbst die Geschwindigkeit wählen – etwa innerhalb geschlossener Ortschaften. 


Felix stellt die obere Hysterese, also die Toleranzgrenze zur Überschreitung der gesetzten Geschwindigkeit, von plus vier auf plus zwei. „Da unten wird es eng, da will ich nicht mit zu viel Geschwindigkeit rein“, sagt Felix. Die Geschwindigkeit am Tempomat reduziert er ebenfalls. Erlaubt sind 60, aber er gibt 55 ein.

Da unten, das heißt: Nach der nächsten Abzweigung geht es mit ordentlich Gefälle über eine vergleichsweise schmale Straße, die mitten durch den Wald führt. Wenn einer entgegenkommt, ist es eng – Felix’ Vorsicht ist alles andere als übertrieben. Im Tal setzt er die Geschwindigkeit wieder auf 60.

Bergauf, Kuppe, Kurve, bergab – und der Ortseingang nach Heudorf, den der Arocs mit exakt 50 nimmt. Die elektronische Anzeigetafel kurz hinter dem Ortseingangsschild blinkt in grünen Ziffern.


Aber Felix will es wirklich wissen. Und was könnte mehr Aufschluss geben als die Fahrt über eine Passstraße?
Mehr zu Felix’ Erfahrungen mit dem neuen Arocs in Teil 2 der Reportage am 8. April.


Fotos: Christoph Börries
Video: Alexander Tempel

13 Kommentare

Was für ein Hammer Bericht.....Hab die MirrorCam natürlich das erste mal auf der IAA gesehen und wolte am liebsten gleich damit losfahren.
Wer damit Schwierigkeiten hat ist selber Schuld !! Lese und schaue morgen gleich Bericht 2 und 3 👍😎
Bin zwar der mega ACTROS Fan aber mir hat noch nie das 2 Farbige Cockpit gefallen ( Sorry ) deswegen würde ich schon beim nächsten mal den Arocs nehmen !!!!!!!!! Mega-Auto !!!! Jetzt erstmal wieder Arbeiten.......
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Freut uns, dass du so begeistert von dem Bericht bist, Andreas! ☺️ Viel Spaß beim Lesen der anderen beiden Artikel!
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Frage an die, die ihn schon gefahren sind: Wie sieht es den mit einer Zugöse oder Zugmaul vorne aus? Wenn auch 4x4 nicht weiter hilft. Kann ich ein ordentliches Stahlseil vorne befestigen?
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Super système, mais il faudra former les chauffeurs surtout en France.❤️
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Ich finde die Cameras ja auch gut .
Aber wenn man Baustellen befahren muss kann leicht so ein Camera Arm beschädigt werden . Dann wird's noch teurer wie ohnehin schon die Spiegel .
Aber den Bericht über den Arocs mit Felix finde mal wieder gut gelungen . Sachlich und Informativ .
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Tienes razón , es muy práctico y novedoso pero a la vez costoso en caso de una avería
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😀👍😎 sehr schön ich würde ihn sofort nehmen 👍
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❤️!
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Beau reportage! 👍
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Coole Sache.👍
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Felix macht mir nur die Nase lang... 😮
Bin mal gespannt, wie robust die Kamera-"Ausleger" sind. Im Baustellenbetrieb, werden herausstehende Teile nicht selten ... strapaziert.
Ragen die Kameraarme weiter nach Außen als Spiegel?
Na, vielleicht kann ich auf der Bauma mal dran wackeln 😄.
Gruß
Klaus
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🛣🚛💨👍
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Good report as always 🚚
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