Die Fritz Oswald GmbH und ihre saftige Ladung

Fahrzeug & Technik

Frisch, saftig, steirisch.

Fast fünf Jahrzehnte lang vermarktet die Fritz Oswald GmbH bereits Obst, Gemüse und Waldfrüchte aus der Steiermark. Seit 2013 werden die Produkte mit einem neuen Actros ausgeliefert.

Fahrer Othmar Ulbl hat sich auf flexible Arbeitszeiten eingestellt. „Das hat auch Vorteile“, sagt er.

Maierhof liegt gleich hinter Kaindorf und Fresing, dann rund drei Kilometer an Hollersbach vorbei dem Verlauf der Sulmtal Straße folgen, bis man kurz vor Gleinstätten sein Ziel erreicht hat. Warum das wichtig ist? Weil in der unscheinbaren südsteirischen Ortschaft mit der Fritz Oswald GmbH einer der größten regionalen Betriebe seinen Sitz hat. Das Familienunternehmen beliefert von hier aus mit 80 bis 90 Mitarbeitern Supermarktketten, Destillathersteller, Großhandelsbetriebe und Lebensmittelerzeuger mit frischem Obst, Gemüse, Waldfrüchten und Tiefkühlprodukten. Dabei vertraut das Unternehmen in seinem Fuhrpark seit Kurzem auch auf einen Actros 1845 LS der neuesten Generation.
„Den haben wir seit Juli im Einsatz “, sagt Fahrer Othmar Ulbl, „und ich bin bisher rundum zufrieden.“ Dabei schätzt Ulbl vor allem die gute Verarbeitung im Innenraum, die Höhe des Fahrerhauses, das bequeme Bett und den vielen Stauraum. „Nicht zu vergessen Standklima und Standheizung“, sagt Ulbl. „Gerade wenn es im Sommer besonders heiß oder im Winter besonders kalt ist und ich im Fahrzeug schlafen muss, ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.“
Der 39-Jährige klettert die Stufen hoch in sein Fahrerhaus, er muss 33 Europaletten voller Leergebinde vom Unternehmensstammsitz in Maierhof zum zweiten Firmenstandort in Prebensdorf in der Nähe von Gleisdorf bringen – die Fracht ist bereits verladen und mit Absperrstangen fixiert. „Damit nichts verrutscht“, sagt Ulbl, Sicherheit gehe schließlich vor.


Auch für Fritz Oswald junior, der gemeinsam mit seinem Bruder Günter den Betrieb in zweiter Generation führt und für den Fuhrpark verantwortlich ist. „Als Unternehmer schätze ich natürlich die Zuverlässigkeit und die hohen Sicherheitsstandards der Mercedes Fahrzeuge, aber wir müssen parallel auch auf den Verbrauch schauen, und deshalb haben wir mit Mercedes-Benz einen FleetBoard Vertrag abgeschlossen.“ Abhängig von den daraus resultierenden Zahlen will der Unternehmer dann über den Ankauf weiterer Lkw mit dem Stern entscheiden.

Im Regelfall wird jedes Fahrzeug im Oswald-Fuhrpark nach sechs Jahren durch ein neues ersetzt. „Ein Liter mehr oder weniger auf 100 Kilometer wirkt sich über diese Zeit natürlich enorm aus“, sagt der Firmenchef. Bis jetzt seien die Zahlen aber ausgezeichnet, wie Othmar Ulbl am Weg Richtung Prebensdorf nicht ohne Stolz erwähnt. „Zumindest war der Mercedes Vertreter zuletzt zufrieden“, sagt der Fahrer und lächelt. Derzeit liege er bei einem Durchschnittsverbrauch von rund 28 Litern. „Nach 34.000 gefahrenen Kilometern hat das durchaus schon Aussagekraft“, sagt Ulbl, der es im Jahr auf knapp über 100.000 Kilometer bringt. Meist legt er diese auf heimischen Straßen zurück. „Nur in Ausnahmefällen liefern wir auch nach Süddeutschland oder Italien“, so Fritz Oswald.

Je nach Fracht und Entfernung zum Zielort stehen zwischen acht und zwölf Kunden auf Ulbls Zustellliste. Abhängig von diesen beiden Faktoren ist auch, wann der Steirer Dienstbeginn hat. „Der ist oft unterschiedlich, was nicht immer leicht ist – gerade wenn man Familie hat. Aber das gehört eben zum Beruf.“ Vornehmlich ist er dann in der Nacht unterwegs. „Damit die Produkte möglichst erntefrisch zum Kunden gelangen. Wenn wir die Großlager der Supermarktketten noch nachts beliefern, können diese ihre Waren schon frühmorgens in die Regale schlichten.“

Um dabei Frisch- und Tiefkühlware gleichzeitig zustellen zu können, verfügen die meisten Fahrzeuge bei Oswald über zwei Temperaturzonen, die beide sowohl für Frische- als auch für Tiefkühlware reguliert werden können. Zudem lässt sich die Trennwand beliebig verstellen – die beiden Zonen können somit abhängig von Fracht und Bestellung flexibel gestaltet werden.

Heute ist das nicht notwendig. Bei strahlendem Sonnenschein in Prebensdorf angekommen, muss Ulbl nun die Leergebinde mit einem Hubwagen ausladen und nimmt dann mehrere Paletten vorsortierter Äpfel sowie Maroni zur Verpackung in Maierhof an Bord. Routiniert steuert er das gelbe Transportgerät zwischen hohen Türmen mit Kisten hindurch. Mitarbeiter haben ihm ums Eck bereits einige Kisten der gesäuberten und nach Sorte, Größe, Farbe und Qualität sortierten Äpfel zur Verladung bereitgestellt.

Einige Meter entfernt schichtet ein Dutzend Frauen in grüner Arbeitskleidung Äpfel für eine heimische Supermarktkette in Kartons. Aus Hygienegründen tragen sie alle eine Kopfbedeckung, und auch Ulbl hat sich beim Betreten der Halle eine Kappe aufgesetzt. „Wenn man mit Lebensmitteln zu tun hat, gelten eben besonders strenge Vorschriften“, sagt er und verlädt nebenbei die Fracht.

Damit geht es dann zurück nach Maierhof. Wohin hinterher seine Reise geht, erfährt Ulbl erst vor Ort. Vermutlich wird er noch einen heimischen Discounter in Kärnten beliefern. „Das würde sich von der Zeit her gut ausgehen“, sagt der Steirer. „Aber schauen wir mal, was der Chef für mich geplant hat. Vielleicht steht auch eine ganz andere Tour an. Ersatzkleidung, ein wenig Jause und einige Hygieneartikel sowie ein Badetuch habe ich vorsorglich immer im Fahrzeug.“

In mittlerweile zehn Jahren Betriebszugehörigkeit hat Ulbl mit den flexiblen Arbeitszeiten umzugehen gelernt. „Man gewöhnt sich daran“, sagt er, „und auch, wenn es nicht viele glauben mögen: Die Arbeitszeiten haben auch ihre Vorteile. Ist man etwa mal länger unterwegs, sammelt man fleißig Stunden und kann hinterher ein verlängertes Wochenende genießen.“ Ein Luxus, den viele seiner Freunde und Bekannten nicht haben.

Fotos: Bubu Dujmic