Die Stieglbrauerei ist begeistert vom neuen Antos

Wirtschaft & Logistik

Sparkunst auf höchster Stufe.

Seit mehr als fünf Jahrhunderten steht Stiegl für Braukunst auf höchster Stufe. Dazu passt der erste neue Antos Österreichs. Nicht nur Fahrer Franz Sigl ist begeistert – der niedrige Verbrauch freut auch das Unternehmen.

„Sensationell“: Logistik-Leiter Thomas Gerbl.

Anno 1492 begann mit der Entdeckung Amerikas nicht nur die Neuzeit, sondern am Fuße des Mönchsbergs in Salzburg mit dem Bräu am Stiegl auch die Geschichte der Stieglbrauerei. Damals vererbte ein gewisser Hans Peuntner das Unternehmen an die Witwe seines Sohnes und begründete damit einen Traditionsbetrieb, der über fünf Jahrhunderte später mehr als eine Million Hektoliter Bier pro Jahr produziert und mit seiner roten Stiege im Logo zu den stärksten rot-weiß-roten Marken gehört. Passend dazu setzt Stiegl auch im Fuhrpark auf Markenbewusstsein und Tradition und arbeitet eng mit Mercedes-Benz zusammen. Im Januar 2013 nahm man in Salzburg Maxglan den ersten neuen Antos Euro VI Österreichs in Betrieb.

Einige Wochen später präsentiert sich der 18-Tonner trotz Eis und Schnee immer noch wie frisch gepellt. Fahrer Franz Sigl – Spitzname Fränky – hat ein Auge auf sein neues Fahrzeug. Dabei war er ursprünglich gar nicht begeistert davon, auf einen Mercedes umzusteigen. „Ich bin jahrelang in einem Fahrzeug einer anderen Marke gefahren“, sagt der 48-jährige Salzburger, „und war dann anfangs schon ein wenig enttäuscht, plötzlich wechseln zu müssen. Ich war eben etwas anderes gewöhnt. Und von Gewohnheiten lässt man halt nicht so schnell ab.“

Aber schon die ersten Tage im neuen Antos 1830 L sorgten für einen Meinungsumschwung. „Ich war dann doch sehr überrascht und schnell begeistert“, sagt Sigl. „Das Fahrzeug ist praktisch und einfach im Handling, gut zu fahren, leicht zu schalten und liegt satt auf der Straße. Das Gesamtpaket stimmt hier ganz einfach.“ Sigl lächelt – vielleicht auch deshalb, weil sein Arbeitstag sich dem Ende zuneigt. Nur noch die Fracht für den morgigen Tag laden und dann ab in den Feierabend …

Sein Tag hat wie üblich um sieben Uhr früh begonnen. Sigl ist ein sogenannter Heimschläfer und darf abends mit beladenem Lkw zu sich nach Hause fahren. Am Morgen steigt er dann direkt vor seiner Haustür ein und beginnt mit der Auslieferung. „Pro Tag liegen zwischen zehn und zwanzig Kunden auf meiner Route: Gasthäuser ebenso wie Tankstellen, hin und wieder ein Lagerhaus oder ein Supermarkt.“ Unterwegs ist Sigl dabei seit Jahren in der Region Straßwalchen, Oberhofen am Irrsee und Neumarkt am Wallersee. Mit vielen Kunden hat sich im Laufe der Zeit ein sehr enges Vertrauensverhältnis entwickelt, bei manchen sogar Freundschaften, was auch ganz im Sinne des Unternehmens ist.

„Die Bierfahrer sind unser wichtigstes Bindeglied zum Kunden“, sagt Logistik-Leiter Thomas Gerbl. „Manche Fahrer gehören beinahe zur Familie, wissen über den Beziehungsstatus ihrer Kunden ebenso Bescheid wie über Trauerfälle oder Feierlichkeiten in der Familie und können entsprechend auch mitfühlen oder sich mit den Kunden freuen. Deshalb setzen wir hier ganz bewusst nicht auf Stress und Druck. Die Fahrer sollen auch Zeit haben, sich mit den Kunden zu unterhalten. Das ist für uns ein ganz wichtiger Punkt zur Erhaltung der Liefer- und Servicequalität.“


Über 100 Getränkekisten und 15 Fässer passen auf die Ladefläche des neuen Antos 1830 L.
Über 100 Getränkekisten und 15 Fässer passen auf die Ladefläche des neuen Antos 1830 L.
Ein Staplerfahrer belädt Franz Sigls neuen Antos – vorher hat der Fahrer die Beladung klug geplant.
Ein Staplerfahrer belädt Franz Sigls neuen Antos – vorher hat der Fahrer die Beladung klug geplant.
Klappen zu und Feierabend – am nächsten Tag beliefert Sigl wieder 10 bis 20 Kunden.
Klappen zu und Feierabend – am nächsten Tag beliefert Sigl wieder 10 bis 20 Kunden.
Die Fahrer der Stieglbrauerei sind das Bindeglied zum Kunden – Franz Sigl hat über Jahre ein enges Vertrauensverhältnis aufgebaut.
Die Fahrer der Stieglbrauerei sind das Bindeglied zum Kunden – Franz Sigl hat über Jahre ein enges Vertrauensverhältnis aufgebaut.

Abhängig vom Kunden und seinen Wünschen liefert Sigl deshalb auch zu ganz bestimmten Zeiten. Bei manchen Kunden hat er hingegen freie Hand. „Teilweise ist das Vertrauensverhältnis so gut, dass man mir einen Schlüssel zum Lagerraum gegeben hat. Dort kann ich also auch unabhängig von den Geschäftszeiten zustellen.“ Hie und da bekommt er auch einen Kaffee oder ein Mittagessen spendiert und hält ein Schwätzchen mit den Wirtsleuten oder Angestellten. „Das freut einen dann schon“, sagt Sigl und schließt die Türe seines ClassicSpace-Fahrerhauses, um sich auf dem Weg zur Lagerhalle zu machen.

Langsam steuert er dort das 221-kW-Gefährt in die Halle. An einem ihm zugewiesenen Platz steht bereits die Ladung bereit. Sigl streift sich Handschuhe über und öffnet die Ladeklappen des Getränkeaufbaus der Pötzelsberger Thonhofer Service Gmbh. Bevor er mit dem Ladevorgang beginnt, zählt ein Controller das zurückgebrachte Leergebinde und notiert sich die Zahl der Bierkisten und Fässer. Nun überprüft Sigl seinerseits die bereitgestellte Fracht und vergleicht Zahl und Produktinhalt mit seinen Ladepapieren. 20 Kisten Stiegl-Weisse, 15 Kisten Paracelsus-Zwickl, 66 Kisten Stiegl-Goldbräu und 15 Fässer. Alles in Ordnung.

Ein Staplerfahrer hebt die Paletten mit den Leergebinden von der Ladefläche und belädt das Fahrzeug mit der neuen Fracht. Fünf Europaletten passen dabei auf jede Fahrzeugseite, dazwischen lässt sich Sigl einen schmalen Gang frei. Beim Ladevorgang ist Koordination gefragt, abhängig von seiner geplanten Route soll die jeweilige Bestellung schließlich gleich greifbar sind. „Wenn man hier klug plant, spart man sich später den einen oder anderen Handgriff“, sagt Sigl, „um an eine Bestellung heranzukommen, will man ja schließlich nicht immer erst eine andere Bestellung aus dem Weg räumen müssen.“ Nach einer halben Stunde schließt Sigl wieder die Ladefläche und verabschiedet sich von seinen Kollegen. Jetzt geht es für ihn nach Hause, 16 Uhr ist Dienstschluss.

Logistik-Leiter Gerbl sitzt derweil noch in seinem Büro. Ob er mit dem Antos bislang zufrieden ist? „Was heißt zufrieden?“, sagt Gerbl und lächelt. „Der Verbrauch ist sensationell niedrig und liegt rund fünf Liter unter unserem Flottenschnitt. Die Qualität ist ausgezeichnet und die niedrigen Emissionen des Euro VI-Standards entsprechen vollauf unserer nachhaltigen Firmenpolitik.“ Und auch der Firmentradition. Mehr als fünf Jahrhunderte Braukunst auf höchster Stufe harmonieren eben nicht mit jedem Partner.