Mercedes-Benz LPS 333

Oldtimer

Einzelstück.

„Selten“ ist nicht der richtige Ausdruck für den LPS 333 von Heinz Kempf – er hat den einzigen fahrbereiten Tausendfüßler als Sattelzugmaschine weltweit.

 

Wer schon heute wissen will, was in 20 Jahren mal gefragt sein wird, sollte vielleicht mal bei Heinz Kempf klingeln. Zumindest, wenn man die Geschichte seines LPS 333 zum Maßstab nimmt. Vor mehr als 20 Jahren kaufte er die verbeulte, heruntergekommene und als Absetzmuldenfahrzeug gequälte Unfall-Sattelzugmaschine. Dann stand der Tausendfüßler erst einmal herum und wartete.

Rund 15 Jahre dauerte es, bis Kempf sich Zeit für ihn nehmen konnte, aber dann ging es richtig los. „Wir haben neue Bleche gebogen und, wo möglich, Teile organisiert und eingebaut. Wir haben nichts unangefasst gelassen. Der 333er ist komplett neu aufgebaut. Das war eine Wahnsinnsarbeit“, sagt Kempf. Ein Blick auf das Fahrzeug genügt – allein die filigranen Zierleisten machen schon etliche laufende Meter Arbeit aus. „Die haben wir alle mühselig aufgearbeitet. Aus denen, die dran waren und aus anderen, die wir irgendwo kriegen konnten“, so der Trailerbauer aus dem Westerwald.

Und dann kommt er ins Schwärmen von den Details, die alle richtig sind – keine Luftklappen in der Fahrzeugfront, die gab es erst ein Jahr später beim 334er. Kleine Außenspiegel und nicht die größeren, zwei kleine Dachluken statt der wirksameren einen großen, die richtigen Blinker, die richtigen Schalter. „Wir haben alles an Unterlagen durchforstet, was es gab. Da ist alles so, wie es im Original war, bis zum Tüpfelchen auf dem i“, so Kempf.

Nur der Motor nicht. „Der originale Vorkammerdiesel hatte 192 PS und drehte irre hoch. Die hielten fast alle nur zwei, drei Jahre. Dann gab es auf Kulanz einen neuen Direkteinspritzer mit 200 PS. Genau der ist hier drin“, so Kempf, der den einzigen fahrbereiten LPS 333 der Welt hat. Der andere, den es noch gibt – nicht fahrbereit –, steht in Norwegen.

Jetzt muss nur noch der Landrat über seinen Schatten springen und die Altkennzeichen im Westerwaldkreis wieder zulassen. Dann kann Kempf seinen 333er auch mit dem Wunschkennzeichen „WEB-HK 333“ zulassen (WEB für Westerburg, ehem. Oberwesterwaldkreis). Aber bei Kempfs Gespür für Zukunftsthemen muss man sich wohl keine Sorgen machen. Vielleicht sollte der Landrat einfach mal bei ihm klingeln.