Safety Pack und Abbiege-Assistent: mit Andy Babinsky auf Tour

Reportage

Safety First.

Andy Babinsky profitiert von cleveren Helfern: Sein Actros ist mit Abbiege-Assistent und Active Brake Assist 4 ausgestattet.

Kreisverkehr in Münster: Der Abbiege-Assistent warnt mit dem gelben Dreieck, wenn sich rechts Radfahrer bewegen.

Andy dreht das Radio aus: „Ich muss mich hier voll konzentrieren können.“ Prompt ertönt von der rechten A-Säule ein Piepen, dazu leuchtet ein gelbes Warndreieck. „Gleich kommt hier was“, sagt Andy, und anstatt den Kreisel nach rechts zu verlassen, bremst er bis zum Stillstand ab. Erst jetzt, gut zwei Sekunden später, taucht in der rechten unteren Ecke der Windschutzscheibe ein Radfahrer auf. In flottem Tempo zieht er an der Straßeneinmündung vorbei, in die Andy gerade einbiegen wollte.


„Ich muss mich hier voll konzentrieren können.“

Andy Babinsky


Klingelnde Fahrräder, hupende Autos und ständig Fußgänger, die wie aus dem Nichts auftauchen. In Münster ist an diesem Mittag wieder mal viel los. „Früher war ich schon morgens nervös, wenn ich wusste, dass ich nachmittags hier unterwegs bin“, sagt Andy. Das Dreieck über dem kleinen Lautsprecher, aus dem das Warnsignal kam, ist erloschen. Andy checkt noch mal die Seitenspiegel und biegt rechts ab – endlich raus hier. So richtig entspannt ist er dennoch nicht. Immer mal wieder nimmt er eine Hand vom Lenkrad und wischt sie an seiner Arbeitshose trocken. Die Situation erfordert seine ganze Konzentration.


Münster hat mit den höchsten Radverkehrsanteil in Deutschland. Andy muss heute mittendurch.
Münster hat mit den höchsten Radverkehrsanteil in Deutschland. Andy muss heute mittendurch.
Active Brake Assist 4 ist das erste Lkw-Notbremssystem mit Fußgängererkennung.
Active Brake Assist 4 ist das erste Lkw-Notbremssystem mit Fußgängererkennung.
Durch die Baustelle: im Vergleich zu den Zuständen in Münster ein Kinderspiel.
Durch die Baustelle: im Vergleich zu den Zuständen in Münster ein Kinderspiel.

Seit 16 Jahren fährt Andy schon für Peterburs Autokrane & Transporte in Rheda-Wiedenbrück. Die Gegend zwischen Beckum und Gütersloh ist sein Revier. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Auf diesen Straßen bin ich früher mit dem Mofa gefahren“, sagt er und lächelt. Sein Bruder ist ebenfalls bei Peterburs beschäftigt, auch sein Vater war für das Unternehmen unterwegs.

Der Schotter in seinem orangenen Mulden-Kippsattel bringt den Lastzug auf 40 Tonnen Gewicht. Das Ziel ist eine Baustelle innerhalb von Münster. Was die alte Universitätsstadt besonders macht: Nicht nur massig Autos sind auf der Straße unterwegs, sondern eben auch jede Menge Radfahrer. Kein Verkehrsmittel wird hier häufiger gewählt.


Unterstützung an Bord.

Andys Touren führen häufig in die Innenstädte. Außer nach Münster fährt er regelmäßig Pflastersteine etwa nach Osnabrück, Gütersloh oder Hannover. „Im Lkw können solche Routen dann schon mal stressig werden“, sagt Andy. „Man lässt sich vom Navi leiten und weiß gar nicht, was hinter der nächsten Ecke kommt. „Zum Glück habe ich jetzt Unterstützung an Bord.“ Denn: Peterburs rüstet seine neuen Lkw mit dem Mercedes-Benz Safety Pack aus. Damit steht Andy der neue Active Brake Assist 4 zur Verfügung, das erste Lkw-Notbremssystem, das auch das Risiko von Unfällen mit querenden Fußgängern reduzieren kann. Das Paket beinhaltet zudem den Abstandshalte-Assistent mit Stop-&-Go-Funktion, Wankregel-Assistent und Fahrer-Airbag.

Eine weitere Sonderausstattung, die hilft, Unfälle in der Stadt zu verhindern, ist der Abbiege-Assistent. Auch der ist in Andys Actros verbaut. Das System kann auf Fußgänger und Radfahrer rechts vom Lastzug aufmerksam machen. „Das erleichtert einem das Leben schon sehr. Speziell an solchen Orten wie Münster“, sagt Andy.


Die besten Trucks.

Andy und seine Kollegen müssen nicht nur gute Lkw-Fahrer sein, sondern auch mit Tieflader und Kran umgehen können. „Be- und Entladen, verantwortungsvolles Arbeiten – das gehört bei uns alles dazu“, sagt Andy. „Die Firma verlangt viel von uns. Deshalb bekommen wir aber auch die besten Fahrzeuge. Das Safety Pack und der Abbiege-Assistent sind dann selbstverständlich auch mit drin.“

Für Peterburs fahren 52 Actros, die mit Schütt- und Rieselgütern jeder Art in Ostwestfalen, im Ruhrgebiet und im Emsland unterwegs sind. Die Firma gibt den Fahrern nicht nur die besten Trucks an die Hand. Mehrmals im Jahr lädt das Unternehmen zu Aktivitäten ein, die den Fahrern helfen, fit zu bleiben: Firmenläufe, Fahrradtouren, Ernährungsberatung – für jeden soll etwas dabei sein.



„Der Abbiege-Assistent warnt. Er greift nicht in die Bremse ein.”

Jean-Luc Merck, Mercedes-Benz ProfiTrainer 


Andy hat außerdem die Chance genutzt und nimmt an einem Fahrertraining vom Mercedes-Benz ProfiTraining in Selm teil. Dort zeigt ihm der Spezialist aus Wörth, was die neuen Systeme in seinem Truck können. Abbremsen durch den Active Brake Assist 4, die Signale des Abbiege-Assistent. Was macht das System? Was macht der Fahrer? „Wichtig zu wissen ist, dass der Abbiege-Assistent nur warnt, er greift nicht in die Bremse ein“, sagt ProfiTrainer Jean-Luc Merck, der auf dem Beifahrersitz im Actros Platz genommen hat. Und: „Die Grenzen der Physik können auch die Assistenzsysteme des Safety Pack nicht außer Kraft setzen.“

Für Andy geht es jetzt aber erst einmal weiter um die Tücken des Münsteraner Stadtgebiets. „Da vorn kommt schon wieder ein Kreisel. Sieht eng aus. Und was für ein Verkehr!“ Nicht nur, dass Pkw, Transporter und Busse hier unterwegs sind – ganz rechts auf der Straße haben die Radfahrer ihren Streifen. Andy steht direkt vorm Kreisel. Es ist eng zwischen Fahrbahn und Bordstein – daran, dass auch Lkw durch die Innenstadt müssen, haben die Stadtplaner nicht überall gedacht. Und die Radfahrer? Heben ihre Räder über den Bordstein und fahren mitten rein in die Gefahrenzone rechts vom Lkw. Ausweichen kann Andy nicht. Würde er weiter links stehen, wäre die Fahrbahn neben ihm versperrt. Im Fahrerhaus piept und blinkt es. Der Abbiege-Assistent warnt. Andy: „Ich fahre jetzt seit 17 Jahren Lkw. Der Verkehr hat in dieser Zeit ständig zugenommen. Dazu kommt, dass die Leute immer weniger Rücksicht aufeinander nehmen.“


Tipps vom Spezialisten: Auf dem Übungsplatz in Selm erklärt ProfiTrainer Jean-Luc Merck Andy die neuen Assistenzsysteme.
Tipps vom Spezialisten: Auf dem Übungsplatz in Selm erklärt ProfiTrainer Jean-Luc Merck Andy die neuen Assistenzsysteme.
Der Abbiege-Assistent warnt. Er greift nicht in die Bremse ein.“
Jean-Luc Merck, Mercedes-Benz ProfiTrainer
Der Abbiege-Assistent warnt. Er greift nicht in die Bremse ein.“ Jean-Luc Merck, Mercedes-Benz ProfiTrainer

Andy lässt die Fahrradfahrer in den Kreisel fahren und biegt dann vorsichtig ein. „Die wissen oft gar nicht, wie wenig wir vom Lkw aus sehen können. Sonst würden sie nicht so dicht neben mir fahren. Schon gar nicht im Kreisel, wo ich ja garantiert irgendwann rechts raus muss. Ich werde doch meines Lebens nicht mehr froh, wenn ich hier jemanden übersehe.“


Seine Kinder Jennifer, Caroline und Marvin hat Andy allesamt schon auf dem Fahrersitz des Actros Platz nehmen lassen. „Ich bin auf der rechten Seite auf und ab gegangen. Die waren erstaunt, was sie von mir gesehen haben. Nämlich nichts.“ Die drei sind oft mit dem Rad unterwegs, damit kann Andy gut leben. „Nur Sorgen mache ich mir trotzdem. Ich sehe ja jeden Tag, wie gefährlich das sein kann. Umso wichtiger ist es, dass es nun den Abbiege-Assistent für Lkw gibt.”

Der stressige Teil der Tour ist jetzt vorbei. Andy hat die Baustelle erreicht und lädt ab. Zurück kann er eine Strecke über Land nehmen. „Noch mal durch die City fahren muss ja nicht sein“, sagt er und lehnt sich entspannt in den Fahrersitz.


Fotos: Sebastian Vollmert
Video: Martin Schneider-Lau

8 Kommentare

Wirklich ein tolles System - ich habe es live am Nürburgring gesehen. Interessant wäre es einmal auszuprobieren wie sich die Sensorik im Verteilerverkehr verhält. Leider beschäftigt sich unsere Regierung im Moment eher damit Euro 5 Modelle als todbringende Höllenmaschinen zu verteufeln als Anreize für den Kauf oder gegebenenfalls die Nachrüstung von Assistenzsystemen zu geben. Wenn man sich die Lebensdauer eines heute gebauten LKWs im In- und später als Gebrauchten im Ausland vor Augen hält dann weis man, dass es noch sehr lange Sicherheitslücken im Straßenverkehr geben wird. Auffahrunfälle werden aber trotzdem so lange nicht ausgeschlossen bis einem endlich einmal nicht ständig nach dem Überholen direkt vor der Nase eingeschert wird. Wenn dann etwas schief geht kann auch die beste Technik nichts mehr retten - gegen den Markenirrsinn ist leider noch kein Kraut gewachsen. Gegen Abgaswahnsinn leider auch nicht.
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Zeer goed die systemen die mensen of fietsers detecteren en dan met een piepsignaal aangeven !!
maar alle safety voor vrachtwagens is goed !!
En Mercedes staat toch al voorop in safety systemen in vrachtauto of personenauto !!
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Auch aus meiner Sicht sind solche Systeme schon längst überfällig und Pflicht "als Serienausstattung" in allen Nutzfahrzeugen ab mindestens 3,5 t . Für mich ist es auch nicht nachvollziehbar, weshalb so sinnvolle "Helferlein", die nachweislich Leben retten (!) und unseren Job erheblich erleichtern können, von den Herstellern (... machen doch stetig Werbung, wie sparsam und sicher ihre Fahrzeuge sind !) erst "serienmäßig" verbaut werden, wenn es von Gesetzes wegen vorgeschrieben wird. Ja und der (deutsche) Gesetzgeber reagiert i. d. R. erst, wenn etliche (unnötige !) tödliche Unfälle geschehen sind. Ein Trauerspiel, sowas.
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Sehr gut aber es wäre besser die Systeme wären serienmäßig verbaut , ich habe einen neuen Actros bekommen das einzige was drin ist , ist der Notbrems Asystent noch nicht mal dasPPC ist Serien mäßig und mein Chef wurde vom Verkäufer auch nicht darauf hingewiesen. Mal wieder Pech gehabt 😩
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Das finde ich auch. Eigentlich sollte es grundsätzlich Pflicht sein.
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Het is gewoon een GEWELDIGE oplossing.
En zeker voor de VEILIGHEID van andere weg gebruikers.
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Die Tipps von Jean- Luxemburg sind immer gut.
Gruß Dirk
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Diese Sicherheitssysteme, müssten für jeden Lkw schon lange zur Pflicht geworden sein.
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