Adventsaktion 2017

0 von 3

Nowatzki Logistik: Sondertransporte mit dem Actros

Wirtschaft & Logistik

Sicher ist sicher.

Unförmig und tonnenschwer, beschädigungsanfällig, besonders eilig: Die nicht ganz alltäglichen Transportaufgaben sind das Metier von Nowatzki Logistik aus Hildesheim. Gesichert wird mithilfe eines selbst entwickelten Systems, transportiert im Direktverkehr – nicht zuletzt mit dem neuen Actros.

Partner der Besten: Nowatzki Logistik arbeitet für viele Firmen mit komplexen, wenig standardisierten Anforderungen. Zum Beispiel hier für die Transnorm Systems GmbH, die schwer zu transportierende Stückgutfördersysteme herstellt.

Ganz sachte setzt der Mann mit dem Gabelstapler das Frachtstück auf die Ladefläche des Trucks. Auch Christopher Höveling behandelt das Holzgestell, als enthielte es rohe Eier. Der tatsächliche Inhalt ist fast ebenso empfindlich: vier Kurvenelemente für ein Paketförderband. Vor dem Absetzen hat Lkw-Fahrer Höveling Antirutschmatten ausgelegt. Für zusätzlichen Halt verankert er Metallkeile in einer Lochleiste, die in die Ladefläche eingelassen ist. Schließlich sichert er die Fracht mit Spanngurten. Der 26-Jährige fährt für Nowatzki Logistik aus Hildesheim. Der Transport von beschädigungsanfälliger Ware zählt zu den Spezialitäten des Unternehmens.


„Eine Vielzahl unserer Aufträge braucht besondere Betreuung – durch den Fahrer selbst ebenso wie durch die Disposition. Das kann auch an hohen Terminerfordernissen liegen oder an komplizierten Gegebenheiten beim Be- oder Entladen“, erklärt Carsten Nowatzki. Dieser führt den Betrieb zusammen mit seinem Vater Peter, wie er selbst Speditionskaufmann, und seinem Bruder Lars, Diplom-Kaufmann. Gegründet wurde die Spedition 1981. Heute beschäftigen die Nowatzkis rund 110 Mitarbeiter, viele von ihnen seit Jahren. Die Flotte umfasst rund 30 Lkw plus etwa 30 Trucks von Partnerunternehmen. Die Kunden kommen aus etlichen Branchen: Maschinen- und Anlagenbau, Automotive, Bau, Chemie, Lebensmittel, Papier oder Metall. Unter dem Dach der Schwesterfirma Nowatzki ProjektLogistik betreibt man zirka 20.000 Quadratmeter Lagerfläche an verschiedenen Standorten. Zum Beispiel ein Logistikzentrum für die Automobilzulieferindustrie, vornehmlich gemanagt von Lars Nowatzki. Alle Leistungen im Unternehmen werden erbracht auf Grundlage eines, so Carsten Nowatzki, „intensiv gelebten Qualitätsmanagementsystems“ mit Zertifizierungen nach ISO 9001:2008 und VDA 6.2.


Im Transportbereich stammen die meisten Auftraggeber aus der Region um Hildesheim. Der Hersteller der Kurvenstücke, Transnorm System, sitzt nur wenige Kilometer entfernt. „Hier gibt es traditionell viele Unternehmen, die nicht Massenware anbieten, sondern in irgendeiner Form spezielle Produkte“, sagt Nowatzki. „So erklärt sich auch, warum wir uns von Anfang an als Problemlöser und Qualitätsführer positioniert haben.“ Die Fahrer sind in Deutschland und dem nahen Ausland unterwegs. In vielen weiteren Staaten ist man als Spediteur unter Einsatz fester Partner vertreten. Der Großteil des Versandgeschäfts läuft im Direktverkehr. „Wir grenzen uns ab gegenüber dem klassischen Systemverkehr.“ Außerhalb der Sammelgut-Systeme lasse sich jede Sendung gezielt betreuen. „Die Fahrzeuge werden punktgenau auf den Übernahme- und Zustelltermin hin disponiert, besonders Beschädigungsanfälliges wird nicht durch eine Vielzahl kombinierter Sendungen oder viele Umladevorgänge beeinträchtigt. An den Zielorten nehmen wir sodann Rückladung vornehmlich bei den Lieferanten unserer Kunden auf und kommen so auch als Beschaffungslogistiker ins Spiel.“

Zu den Kunden aus der Region gehört GreCon Dimter Holzoptimierung. Das Unternehmen produziert in Alfeld/Leine auf dem Fagus-Areal. Der dort 1911 entstandene Gropius-Bau gehört zum Unesco-Welterbe. Für Fahrer Höveling aber zählt heute nur das Transportgut, das er auf dem Anhänger seines Gliederzugs platzieren muss: der meterlange und tonnenschwere Bestandteil einer Keilzinkenanlage, bestimmt für die Möbelproduktion. Ein Mitarbeiter des Herstellers lässt das an einem Kran hängende Ungetüm langsam herunterschweben. Wenige Zentimeter über der Ladefläche lenkt der Fahrer es mit Muskelkraft auf die richtige Position – ehe er sich auch hier routiniert und doch sorgfältig ans Sichern macht.

Ob Keilzinkenanlage, schwer zu befestigende Ware in Säcken oder auch Getränkeautomaten: Gesichert wird mithilfe eines innovativen Systems, das die Nowatzkis gemeinsam mit Aufbauherstellern entwickelt haben. Im Kern besteht es aus mehreren Lochleisten längs und quer der Ladeflächen sowie in den Ladekanten aus verstärkten, aber abnehmbaren Aluminium-Brettern. „Ein konventioneller Aufbau hat rechts und links je etwa zehn Befestigungspunkte. Daher verlaufen zwangsläufig Spanngurte durch den Laderaum, und es geht Platz verloren“, erklärt Carsten Nowatzki. „In den Lochleisten sind es dagegen insgesamt rund 600 Punkte für Gurte und Keile oder auch für Sicherungsnetze, die wir ebenfalls selbst entwickelt haben.“ Dadurch lässt sich jedes Stück optimal und ohne Platzverlust befestigen sowie, wenn nötig, freistehend fahren. Auch unterschiedlich Hohes passt nebeneinander. So hat Höveling Gitterboxen neben den Förderband-Kurven platziert. „Ein gutes Beispiel dafür, dass wir auch konventionelle Fracht fahren“, sagt Nowatzki: „Auch nutzen wir teils Doppelstock-Systeme. Diese Mischung hilft uns, die Lkw auszulasten und wirtschaftlich unterwegs zu sein.“


Zur Wirtschaftlichkeit ebenso wie zur herausragenden Zuverlässigkeit tragen sieben neue Actros bei, alle mit Euro V und 310 kW. „Diese Motorisierung ermöglicht uns ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis. Beim Verbrauch bedeutet der Neue einen großen Schritt nach vorn“, sagt Nowatzki. Die sieben Lkw sind ausgestattet mit allen Sicherheits- und Assistenzsystemen vom Abstandshalte- bis zum Spurhalte-Assistenten. FleetBoard nutzt man im Unternehmen, dessen Flotte in der eigenen Werkstatt in Schuss gehalten wird, seit Jahren, um zum Beispiel die Verbräuche auszuwerten und zu optimieren. Einen der neuen Actros hat Höveling bekommen. „Besonders gut finde ich das Automatikgetriebe Mercedes PowerShift 3. Das ermöglicht toll abgestimmte Gangwechsel.“ Aber auch das geräumige BigSpace-Fahrerhaus weiß er zu schätzen.

Ende 2011 hat Höveling seine Ausbildung im Unternehmen abgeschlossen – und fährt nun einen nagelneuen Lkw. Das zeigt, wie ernst man die Nachwuchsförderung nimmt. Angesichts der qualitativ hohen Dienstleistung braucht das Unternehmen Top-Fahrer. „Sieben bis neun Berufskraftfahrer-Azubis gehören immer zum Team“, so Nowatzki. „Wir legen großen Wert auf intensive Betreuung und später auf regelmäßige Weiterbildung.“ Das gilt genauso bei den angehenden Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistung sowie bei den jungen Leuten, die sich zu Fachkräften für Lagerlogistik ausbilden lassen. Denn auch in der Disposition und im Umschlagslager müssen die Nowatzkis auf bestens qualifiziertes Personal vertrauen können.

www.nowatzki.de

Noch keine Kommentare