Adventsaktion 2017

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Praxistest: Anfahrhilfe Hydraulic Auxiliary Drive (HAD)

Fahrzeug & Technik

Bodenständig.

Die Anfahrhilfe Hydraulic Auxiliary Drive (HAD) bietet bei Bedarf zusätzliche Traktion – und fällt bei langen Fahrten kaum ins Gewicht. Die Karl Fischer GmbH, bei der über 20 Arocs im Einsatz sind, hat das neue System bereits getestet.

Volle Zugkraft. Andere Produkte am Markt sind am Getriebe angebracht. Nicht so bei HAD: Durch die Lage der Hochdruckpumpe am Nebenantrieb des Motors steht auch beim Schalten die volle Zugkraft zur Verfügung.
Volle Zugkraft. Andere Produkte am Markt sind am Getriebe angebracht. Nicht so bei HAD: Durch die Lage der Hochdruckpumpe am Nebenantrieb des Motors steht auch beim Schalten die volle Zugkraft zur Verfügung.
Einfache Bedienung. Bei Bedarf wird HAD mittels Schalter aktiviert, gesteuert wird das System durch die Fahrzeugelektronik.
Einfache Bedienung. Bei Bedarf wird HAD mittels Schalter aktiviert, gesteuert wird das System durch die Fahrzeugelektronik.
Klare Sache. In den Achsschenkel verlegte Hydraulikleitungen sichern eine 
hohe Lebensdauer.
Klare Sache. In den Achsschenkel verlegte Hydraulikleitungen sichern eine hohe Lebensdauer.

Dieser Morgen ist einer, den man möglichst schnell hinter sich bringen will. Wie ein grauer Schleier legt sich der Regen über das Schotterwerk in Erkenbrechtsweiler in der Schwäbischen Alb. Seit Stunden geht das so, ein Ende ist nicht in Sicht.

Und jetzt auch noch das. Um einem entgegenkommenden Dumper Platz machen zu können, muss Bernd Schweizer mit seinem Arocs 1848 auf den schlammigen Wegesrand an einer Steigung ausweichen. Sorgenvoll schaut er auf die vom Regen aufgeweichte Piste vor ihm, während die riesigen Reifen des haushohen Kippers an seinem Fenster vorbeirollen. Ob die Reifen auf der Schlammpiste die Traktion behalten? „Jetzt kann das System zeigen, was in ihm steckt“, sagt der 54-Jährige. Als er Gas gibt, leuchtet im Display ein blaues Symbol auf – das Zeichen für den Hydraulic Auxiliary Drive (HAD).

Bei der Einfahrt in das Schotterwerk hat er das System über einen Schalter im Armaturenbrett aktiviert. Mit bis zu 450 Bar leitet die am Motor angebrachte Hochdruckpumpe jetzt den Druck an die Radnabenmotoren der Vorderachse weiter. Hier presst der Druck Zylinderkolben nach außen, die wiederum den Nockenring antreiben. So entstehen pro Rad bis zu 40 kW zusätzliche Antriebsenergie.

Bernd bekommt von alledem nichts mit. Er merkt nur eines: Jetzt beteiligt sich auch die Vorderachse an der Antriebsarbeit. Das sorgt für zusätzliche Traktion. Und so schafft es Bernd mühelos die Steigung hinauf.


„Echt beeindruckend, was so ein Schalter ausmachen kann!“, sagt Schweizer. Dem kann sein Chef Joachim Schmid, Geschäftsführer der Karl Fischer GmbH, nur zustimmen. Sein Unternehmen war das Erste, das im Rahmen der Kundenerprobung das neue System auf Herz und Nieren getestet hat.

Die rund 100 Lkw von Fischer kommen vorrangig im Schüttguttransport zum Einsatz. „Wir laden zum Beispiel Gestein aus den Schotterwerken in der Schwäbischen Alb. Da können wir auf den oftmals schlammigen und steilen Zufahrtswegen das Plus an Traktion sehr gut gebrauchen“, sagt Schmid.

Die durchschnittlich 100 Kilometer bis zur Entladestation führen meistens über gut ausgebaute Landstraßen oder auch Autobahnen. Deshalb benötigt Fischer einen optimalen Antriebsstrang mit Mercedes PowerShift 3 und maximale Nutzlast.



Als die Daimler-Entwicklungsingenieure anfragten, ob Schmid den neuen, hydrodynamischen Vorderradantrieb testen wolle, zögerte er keine Sekunde. „Der ist wie für uns gemacht!“ Denn der Hydraulic Auxiliary Drive verbindet die Vorteile eines Allrads mit denen eines klassischen Antriebs. Als zusätzliche Traktionsunterstützung bringt HAD genau so viel zusätzliche Leistung an die gelenkte Vorderachse, wie notwendig ist – möglich sind bis zu 40 kW pro Rad. HAD unterstützt die Traktion bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde. Der Fahrer betätigt lediglich einen Schalter im Armaturenbrett, um das System zu aktivieren. „Wichtig ist aber auch, dass er über das Gaspedal Einfluss nimmt. Denn nur so weiß das System, wie viel Traktion benötigt wird“, so HAD-Entwicklungs-Projektleiter Detlef Schnitzer. Der Daimler-Ingenieur und das Team der Kundenerprobung stehen während des Testlaufs in engem Kontakt zur Firma Fischer. „Wir erhalten dadurch wichtige Rückmeldungen aus der Praxis.“

Etwa darüber, wie die Hydraulikpumpe, das Herzstück des neuen Systems, unter Extrembedingungen arbeitet. Die Pumpe ist eine der Besonderheiten des HAD. Denn im Gegensatz zu anderen Produkten am Markt ist sie nicht am Getriebe, sondern am Nebenantrieb des Motors angebracht. „So bleibt beim Schalten die volle Zugkraft des HAD erhalten. Außerdem ist am Getriebe dann noch Platz für einen Retarder“, sagt Schnitzer.

Ein weiterer Vorteil: HAD ist 350 Kilogramm leichter als der zuschaltbare und 500 Kilogramm leichter als der permanente Allradantrieb. Zudem gibt es keine mitlaufende Antriebsachse, die den Kraftstoffverbrauch erhöht. Bis zu acht Prozent weniger im Vergleich zu den Allradvarianten sind möglich. „Unsere Fahrzeuge legen pro Jahr im Schnitt rund 100 000 Kilometer zurück. Da ist jeder Liter, den wir beim Verbrauch sparen können, Gold wert“, sagt Schmid. Der Fischer-Geschäftsführer war immer schon ein echter Arocs-Fan. „Seine Kraft, Robustheit und Effizienz machen ihn zum perfekten Fahrzeug für unsere Aufgaben“, sagt er. Allein in diesem Jahr hat er 19 neue Arocs gekauft. Bislang verfügen alle Modelle über den zuschaltbaren Allradantrieb. „Aber in Zukunft wird definitiv der ein oder andere mit HAD-Antrieb dabei sein.“



HAD – die Pluspunkte.

HAD eignet sich für alle, die kurzzeitig maximale Traktion benötigen, aber auf eine hohe Nutzlast und einen optimalen Antriebsstrang nicht verzichten wollen. Zum Beispiel bei Kippsattelzügen, Holztransportern oder Schneepflügen. HAD ist verfügbar für den OM 470 und den OM 471 im Actros, Arocs und Antos.

  • Die Lage der Hochdruckpumpe am Nebenantrieb hat den Vorteil, dass auch während des Schaltens die volle Zugkraft zur Verfügung steht. Zudem bleibt am Getriebe Platz für einen Retarder. In Verbindung mit dem OM 471 ist HAD auch mit Nebenantrieb verfügbar.
  • Hydraulik-Drehverteiler im Achsschenkel schützen vor Verdrehungen der Hydraulikschläuche beim Lenken und sichern die hohe Lebensdauer.
  • Die seitlich angeordnete Kühlanlage sorgt mit ihrer Leistung von 20 kW dafür, dass der HAD bis Tempo 25 auch über längere Zeit zur Verfügung steht. Der Ölfilter muss erst nach rund 600 000 Kilometern gewechselt werden.
  • Durch den Gewichtsvorteil von 350 beziehungsweise 500 Kilogramm gegenüber zuschaltbarem und permanentem Allradantrieb erhöht sich die Nutzlast. Außerdem sinkt der Kraftstoffverbrauch.
  • Verfügbar mit Mercedes PowerShift 3.

Fotos: Matthias Aletsee


Schlank auf die Straße. Mit HAD sind bis zu acht Prozent Kraftstoffeinsparung gegenüber den anderen Allradvarianten möglich. So kann sich die Investition in die zuschaltbare Anfahrhilfe schon nach rund zwei Jahren amortisieren.

17 Kommentare

So komme ich zum Entschluss,  das ein Mercedes mind. 1x in der Woche in die Werkstatt muss, und die Daimler Werkstätten passen irgenwie zu dem LKW, auch nur Murks, wie der Arocs auch. Haben seit 1970 Mercedes, aber das denke ich war der letzte.
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Hallo, Freitag vor einer Woche habe ich den Arocs in der Werkstatt gehabt.
Fahrersitzlehne wurde erneuert, Getriebeentlüftung wurde geändert und eine lose Schraube an einer Verkleidung wurde nachgezogen. Seitdem kann ich nicht klagen, wenn er so bleibt, Suuuppper. Irgendwie lag es an der Werkstatt, denn es waren ja nur Kleinigkeiten, wo die Werkstatt nach meiner Meinung überfordert war. . Ansonsten gab es ja nichts zu bemängeln. Dieselverbrauch ist ja OK, und der HAD auf der Baustelle, einfach gut, hätte ich anfangs nicht geglaubt. Da wir viel Bergstrecken haben, würde mir persönlich der 16ltr Motor reitzen, vielleicht kommt er ja noch.
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Hallo und schöne Weihnachten. Wir haben jetzt nach 40000km eigentlich nicht viel zu berrichten, der HAD ist nicht schlecht auch mein Fahrerhaus,Classic-Space mit ebenen Boden ist sehr angenehm und vom Platz nicht schlecht. Nur von der Motorleistung bin ich enttäuscht, 510 steht zwar an der Tür, aber wenn ich meinen alten 2055 LAS vergleiche, war der ein Traum von der Leistung her.
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Hallo Manfred, da es ab 04/16 eine 530PS Variante mit 2600 Nm beim Actros geben wird, kann es gut sein, dass es diese Variante auch beim Arocs geben wird. Das Drehmoment entspricht dann 1:1 zu Deinem 2055AS. Lassen wir uns überraschen, ob und wann das so kommen wird. Von der Nutzlast und vom Kraftstoffverbrauch wird er aber deutlich besser sein, als der Allrad. Viele Grüße Alexander
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Hallo Alexander, da muss ich Dir schon recht geben, was Verbrauch und Nutzlast angeht. Aber wenn man von einem sehr sehr gut gehenden Fahrzeug auf einem schwächeren umsteigt , dann fehlt einem schon die Leistung. Aber Momentan bin ich mit dem MP 3 unterwegs, da sieht man dann erst den Unterschied vom Fahrverhalten her. Super,mein Arocs.
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Lenkung, Geradeauslauf, macht echt Spass mit dem Arocs zu fahren. Und der HAD reicht für unsere Einsätze voll und ganz. Wenn er so bleibt, Topp.
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Hallo ,ich habe jetzt dem HAD über ein Jahr. Soweit zufrieden mit dem Fahrzeug und HAD, nur an der Führerhauslagerung gibt es bei schlechten Wegen so ein kommisches Knarzen und schlagen,wie Eisen auf Eisen, das nervt gewaltig.Auch ist die Motorleistung nicht der Kracher.
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Hallo, inzwischen ist der Arocs länger in der Box als auf der Strasse,nichts wie Ärger mit dem Teil. Fahrerhauslagerung, VA Federn knarzen, Luftbälge undicht,im Motorbremsbetrieb starkes Schütteln,x mal in der Werkstatt. HAD Schläuche starke Rissbildung, und und und. Daimler .
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Irgendwie ist der Arocs ein Plastikbomber. Ich hab immer irgenwelche Knarzgeräusche im Armaturenbrett, Sitzlehne wackelt immer noch, Öl tropft aus der Getriebeentlüftung. Nicht so mein Ding. Immer in der Werkstatt, können wir heut nicht Reparieren, obwohl ich Termin hatte. Füherhauslagerung quitscht, so was kannte ich beim MP2/3 nicht.
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Hallo, wir haben jetzt einen Arocs 2051 LS mit HAD seit 10000km im Einsatz. Bis auf eine sporadische Fehlermeldung, was ein Sensor ist, gab es noch keine Probleme mit dem Fahrzeug. Gleich am ersten Einsatztag waren die HA-Kötflügel durchgeschliffen, die wurden durch andere mit einem anderen Radius ersetzt. Wir fahren momentan auf eine Neubaustraße Frostschutzmaterial an, wobei wir beim Kippen auf dem losen Schotter jedesmal den HAD brauchen. Auch der Dieselverbrauch ist sehr gut, was einen unterschied zu unseren richtigen 4x4 ca. 4-6ltr ausmacht. Wenn auch noch die wackelnde Fahrersitzlehne rep. ist, kann man bis jetzt nicht meckern.
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Das sollte eigentlich möglich sein, den VOLVO wie auch DAF mit BoschRexroth können ja über einen extra Hebel bis 10km/h rein hydraulisch mit der VA fahren.Wär nicht schlecht,um zum Bsp mit der Asphaltfräse syncron mitfahren,ohne einen Gang eingelegt zu haben oder immer die Kupplung schleifen zu lassen. Vielleicht kommt es ja noch.
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Gelöschter Benutzer
Das nutzbare Drehmoment am motorseitigen NA ist geringer als beim „Retarder-NA“. Indiz dafür ist z.B. die geringere max. Geschwindigkeit von 25 km/h. Um die geforderten Volumenströme in Verbindung mit der geforderten Zugkraft darzustellen, musste die "Übersetzung" - Hubvolumen von Pumpe und Motoren - geeignet gewählt werden. Dies war mir damals bei der Wahl des motorseitigen Nebenabtriebs durchaus bewusst, würde aber auch zum rein hydraulisches, kupplungschonendes Fahren ermöglichen.
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Gelöschter Benutzer
Das nutzbare Drehmoment am motorseitigen NA ist geringer als beim "Retarder-NA". Indiz dafür ist z.B. die geringere max. Geschwindigkeit von 25 km/h. Um die geforderten Volumenströme in Verbindung mit der geforderten Zugkraft darzustellen, musste die "Übersetzung" - Hubvolumen von Pumpe und Motoren - geeignet gewählt werden. Dies war mir damals bei der Wahl des motorseitigen Nebenabtriebs durchaus bewusst. Die Nutzung des motorseitigen NA könnte aber auch zum rein hydraulischen, kupplungschonenden Fahren ge
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wie schon gesagt,dieses Aufschauckeln war solange, bis ich nach 4,5 h Fahrzeit den LKW abgestellt hatte. Danach machte er keine spuchten mehr.Auch Tage später hatte er im Display die Anzeige HAD Antrieb eingeschränkt, die aber nach einigen sec. wieder verschwand.Aber an diesem Tag brauchte ich keinen HAD.
Aber im Fehlerspeicher war ein Fehler abgespeichert,viele Zahlen und Werkstatt aufsuchen.
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Hallo Alex,
kann sein,das es ein Fehler beim HAD war, denn an diesem Tag hat er im Display geschrieben.HAD eingeschränkt, das aber nach einer halben Minute wieder verschwunden war.Und dieses Auschaukeln war an diesem Tag.
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Hallo Manfred,
der MAN Hydrodrive ist definitiv nicht stärker als der HAD. Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen dem Hydrodrive und HAD. Der Hydrodrive ist ein einfaches System, dass nur 0 oder 1 kann. D.h. kein Druck an den Vorderrädern oder voller Druck. Wir sprechen hier von einem drehzahlgesteuerem System. Der HAD dagegen regelt drehmomentabhängig, also in Abhängigkeit vom Schlupf an der VA. Diese Steuerung trägt entscheidend zur geringeren Belastung und Langlebigkeit des Gesamtsystems bei. Weitere entscheidende Vorteile des HAD ggü. dem Hydrodrive reichen von, kann man mit PowerShift-Getriebe fahren, geht in Verbindung mit Retarder bis hinzu, dass der HAD auch ohne Sperre der HA aktiviert werden kann. Alles das und noch einiges mehr, kann der Hydrodrive nicht. Das von Dir beschriebene Problem in Form von springen und aufschaukeln hört sich also etwas seltsam an, und könnte möglicherweise auch fahrzeugspezifisches Problem gewesen sein.
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ich finde den HAD zu schwach. Hab es öfter beim ausziehen von Froschutz auf der Baustelle gesehen, da war loser Schotter,da fing er so zum springen an und aufschaukeln.Die MAN Hydrodrive machten kein so ein Drama. Mich hat er nach 4 Wochen Testbetrieb nicht überzeugt.
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