Pharmalogistiker Frigo-Trans setzt auf den Actros

Wirtschaft & Logistik

Maximale Sicherheit.

Bei Transporten für die Pharmaindustrie kommt es auf Sicherheit und Zuverlässigkeit an. Spezialist Frigo-Trans lässt seine Kühlauflieger daher vorrangig von einem bestimmten Truck ziehen: dem Actros.

 

Die Actros von Peter Norheimer transportieren Hoffnung – und die ist in diesem Fall auf bis zu minus 25 Grad gekühlt. Sein Unternehmen Frigo-Trans hat sich vor 25 Jahren auf Logistikdienstleistungen für die Pharmaindustrie spezialisiert. Heute betreibt der Mittelständler in Fußgönheim bei Ludwigshafen eines der modernsten Pharmalager in Europa und unterhält zwei weitere Standorte in Griechenland und der Schweiz. Jahresumsatz: 27 Millionen Euro. „Wer für die Pharma- und Healthcare-Branche arbeiten will, der muss den hohen gesetzlich regulierten Qualitätsanforderungen nicht nur gerecht werden. Er muss sie verstehen und leben. Und das 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche“, betont Norheimer. Als geschäftsführender Gesellschafter bestimmt er, gemeinsam mit Firmengründer Walter Buchholz, die Geschicke von Frigo-Trans seit mehr als 21 Jahren.

Eine lückenlose Kühlkette ist für empfindliche Produkte wie etwa Blutplasma, Insulin oder die neuesten Rheumamedikamente unerlässlich. „Einer Banane sieht man nicht an, ob sie für zwei Stunden zu warm geworden ist. Den Produkten, die wir befördern, ebenfalls nicht. Der Unterschied ist nur: Im schlimmsten Fall verlieren die Medikamente ihre Wirksamkeit“, sagt Norheimer.

Schlüssel des Geschäftserfolgs von Frigo-Trans ist das ganzheitliche Cool Chain Control System. Norheimer und sein Team haben es in den vergangenen Jahren selbst entwickelt. Es bietet Kunden maximale Sicherheit und Flexibilität sowie eine lückenlose Dokumentation des Transports ihrer hochwertigen Produkte – von der Fabrik bis zum Handel. Dass Frigo-Trans führend bei Innovationen für temperaturgeführte Transporte ist, beweist der Hattrick bei den Cool Chain Excellence Awards – mit Auszeichnungen 2011, 2013 und zuletzt im Januar 2015.

 
„Man ist im Pharma- und Healthcare-Geschäft auf Dauer nur erfolgreich, wenn man die Besten mit an Bord hat.“ 
Peter Norheimer, Geschäftsführer von Frigo-Trans in Fußgönheim bei Ludwigshafen
„Man ist im Pharma- und Healthcare-Geschäft auf Dauer nur erfolgreich, wenn man die Besten mit an Bord hat.“ Peter Norheimer, Geschäftsführer von Frigo-Trans in Fußgönheim bei Ludwigshafen
Lückenlose Überwachung. Bei Matthias Krasinski laufen die Messdaten der Pharma-Liner aus ganz Europa zusammen.
Lückenlose Überwachung. Bei Matthias Krasinski laufen die Messdaten der Pharma-Liner aus ganz Europa zusammen.
Passgenau. Die Rampentechnik im Lager von Frigo-Trans ist exakt auf die Pharma-Liner abgestimmt. Das garantiert eine schnelle und sichere Beladung.
Passgenau. Die Rampentechnik im Lager von Frigo-Trans ist exakt auf die Pharma-Liner abgestimmt. Das garantiert eine schnelle und sichere Beladung.
 

Vier Bausteine bilden das Grundgerüst des Cool Chain Control Systems. Einer davon ist das Anfang 2015 eröffnete Pharmadepot am Standort Fußgönheim mit rund 9.000 Quadratmeter Lagerfläche. Es besitzt mehr als 13.500 Stellplätze für Paletten und verfügt über drei unterschiedliche Temperaturzonen: minus 25 Grad, 2 bis 8 Grad und 15 bis 25 Grad Celsius. Die Energie- und Kälteversorgung ist redundant angelegt. Ein Notstromaggregat hält im Falle eines Falles das Lager und alle operativen Systeme bis zu 72 Stunden am Laufen. Sämtliche Bereiche werden permanent mithilfe von modernster Mess- und Sicherheitstechnik überwacht. Mehrere Kameras fotografieren beim Wareneingang jede einzelne Palette von allen Seiten. Frigo-Trans hat den 17-Millionen-Neubau innerhalb von nur 14 Monaten fertiggestellt.

Zweiter Baustein: bestens ausgebildete Mitarbeiter. „Beim Wettbewerb um Aufträge für die großen Discounter geht es um zwei oder drei Cent pro Joghurtbecher – bei Pharma- und Healthcare-Logistik geht es um Vertrauen“, erläutert Norheimer. „Bei den regelmäßigen mehrtägigen Audits, die unsere Kunden bei uns durchführen, wird jedem Mitarbeiter durch strenge Auditoren genauestens auf den Zahn gefühlt. Jeder – ganz gleich ob Geschäftsführung, Disponent, Fahrer oder Reinigungskraft – muss für seinen Bereich höchste Anforderungen erfüllen. Man ist im Pharma- und Healthcare-Geschäft auf Dauer nur erfolgreich, wenn man die Besten mit an Bord hat.“

Baustein Nummer drei: der Einsatz innovativer Überwachungstechnik wie RFID-Zugangskontrollen zum Lager, videoüberwachte Ladezonen und eine permanente Temperaturüberwachung, auch auf Achse. Per Mobilfunk wird die Temperatur der Fracht an die Zentrale übermittelt. Gibt es Unregelmäßigkeiten, werden Fahrer, Disponent oder auch der Kunde automatisch informiert.

Den vierten und vielleicht wichtigsten Baustein des Geschäftserfolgs bildet eine Flotte von 85 nach aktuellen GDP-Richtlinien qualifizierten Trailern. 53 davon sind innovative Pharma-Liner. Die Kosten für einen dieser Hightech-Trailer betragen mehr als 100.000 Euro. Im Inneren überwacht moderne Mess- und Regeltechnik die Temperatur der wertvollen Fracht. Duale Verdampfer und eine flexibel platzierbare Thermotrennwand ermöglichen die sichere Verladung in zwei separate Temperaturbereiche.

 

Maximale Zugangssicherheit garantieren 2,5 Zentimeter dicke Edelstahlbolzen, die kurz nach dem Schließen in das Chassis fahren und nur per Zahlencode wieder geöffnet werden können. Zusätzlich sind alle Türen mit einem per Telematik gesteuerten Sicherheitsverschlusssystem ausgestattet. Damit eignen sich die Pharma-Liner auch für gesicherte Transporte, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Frigo-Trans hat die Spezialtrailer in enger Zusammenarbeit mit Schmitz Cargobull und Thermo King entwickelt. Mittlerweile rollt die fünfte Serie der Pharma-Liner über Europas Straßen – gezogen von einem Actros.

„Wir brauchen Qualität und Wirtschaftlichkeit“, erklärt Norheimer. „Deshalb setzen wir bei Mercedes vorrangig auf den Actros.“ Favorit unter seinen Fahrern: der Actros 1845 mit effizientem StreamSpace-Fahrerhaus – insbesondere für Einsätze im internationalen Fernverkehr. Die sind bei Frigo-Trans eher die Regel als die Ausnahme. Peter Norheimer sagt: „Die Trucks sind überall in Europa unterwegs. Da brauche ich im Pannenfall ein dichtes Servicenetz mit Spezialisten, die mein Geschäft verstehen und die Sattelzüge schnell wieder auf die Straße bringen. Und das gibt es nur bei den Trucks mit dem Stern.“

Fotos: Kay Blaschke/Daimler