Trumpf im Bauverkehr: Arocs-Kipper und Atego-Kehrmaschine

Fahrzeug & Technik

Tiefbau mit Weitblick.

Converso TP setzt für seine Arbeiten im Einzugsgebiet von Grenoble auf innovative Fahrzeuglösungen. Dabei kommen auch Arocs-Kipper und eine Atego-Kehrmaschine zum Einsatz.

Selbstversorger. Converso TP betreibt auch Abbrucharbeiten und Recycling und kann so auch den Fuhrpark besser auslasten – ein Vorteil im harten Wettbewerb.

Während der Petit und der Grand Brion des Montagne d’Uriol in der Ferne Wache zu stehen scheinen, dreht der weiße Atego 1524 auf der Straße vor dem Materiallager der Firma Converso TP in Vif, 16 Kilometer südlich von Grenoble, seine Runden. Er ist mit dem Straßenreinigungssystem CityFant 6000 von Eurovoirie ausgerüstet und war damit die erste selbstfahrende Kehrmaschine in Frankreich, die auf dem neuen Atego-Fahrgestell aufbaute. Sie verfügt über die für solche Fahrzeuge übliche Rechtslenkung.

Dank der beiden extra groß dimensionierten Edelstahltanks, einem für 1.900 Liter Wasser und einem für Diesel, hat der Atego bei der Arbeit einen besonders langen Atem. Der kurze Radstand von knapp 3.800 Millimetern und das ausgetüftelte Reinigungssystem mit seinem sechs Kubikmeter fassenden Auffangbehälter und den drehenden Bürsten sorgen dafür, dass die Kehrmaschine weder in engen Kurven noch an schwer zugänglichen Orten Probleme bekommt.



Mit der Reinigungsmaschine sorgt Converso TP dafür, dass die Zugänge zu seinen innerstädtischen Baustellen oder – wie an diesem Tag – der Masseablagerungsstelle sauber bleiben. Von der Höhe des Gesteinsbrechers, der Abbruchmaterialien in Schotter verwandelt, hat Benjamin Converso, einer der Juniorchefs des Tiefbauunternehmens, einen guten Überblick über die Kehrmaschine und die Muldenkipper, die Masse aus der Lagerstätte entnehmen. „Ich bin so etwas wie der Kontrollturm“, lacht er.

Natürlich meint Benjamin Converso damit nicht den Panoramablick vom Gesteinsbrecher, sondern seine Funktion im Unternehmen. Während sich sein Bruder um Vertrieb und Kundenbeziehungen kümmert, steht er dem Tagesgeschäft vor. Dazu gehört auch die Einsatzplanung für die knapp 100 Mitarbeiter des Unternehmens, für den Maschinen- und natürlich den Fuhrpark. Die Arbeit auf 30 bis 35 Baustellen muss jeden Tag organisiert werden. „Die Planung, die ich gestern Abend gemacht habe, habe ich schon zweimal umwerfen müssen“, sagt der Juniorchef, und dabei ist noch nicht einmal Mittag.

Die Fahrzeugpalette, für die die täglichen Einsätze organisiert werden wollen, umfasst insgesamt 28 Einheiten, unter anderem Zwei-, Drei- und Vierachsmuldenkipper sowie Kipperzüge mit Zwei- und Dreiachs-Sattelzugmaschinen, darunter auch sechs allradgetriebene Lkw. Die werden jetzt nach und nach durch Zugmaschinen mit hydrostatischem Antrieb der Vorderachse ersetzt. „Das ist ein Superprodukt, denn man schaltet diesen Antrieb nur zu, wenn man ihn benötigt“, so Benjamin Converso. Und das ist meist nur auf 40,50 Metern der Fall, wenn die Kipperzüge wieder von der Baustelle oder der Ablagerungsstelle fahren müssen. „Wir haben viele Baustellen im städtischen Umfeld. Da ist häufig kein Raum, um flache Rampen zu bauen. Ohne Allradantrieb kommen die Züge dann dort nicht hoch.“


Saubere Sache. Der neue Atego 1524 reinigt für Converso TP die Zufahrtsstraßen zu Baustellen und Lagern.

Daher freut sich Benjamin Converso auch schon auf die Arocs-Sattelzugmaschinen mit HAD-Antrieb. Er rechnet gegenüber seinen allradgetriebenen Mercedes-Benz Sattelzugmaschinen mit einer Kraftstoffeinsparung von 10 bis 15 Litern auf 100 Kilometer. Zudem bringt das System weniger Gewicht auf die Waage, was sich direkt auf die Nutzlast auswirkt. Schließlich bedeutet mehr Zuladung immer auch mehr Geld. Aus dem gleichen Grund werden die Fahrzeuge alle sechs Jahre erneuert. „Wir suchen immer nach dem am besten geeigneten Material mit dem geringsten Verbrauch. Wir haben zudem eine Disposition wie ein Transportunternehmen, obwohl wir eine reine Tiefbaufirma sind“, sagt Converso.

Seine Lkw fahren so gut wie nie leer. Da hilft die Abbruch- und Materialrecycling-Aktivität des Unternehmens, die es ermöglicht, die Fahrzeugauslastung besser zu steuern. All dies gibt bei Ausschreibungen mit 15 bis 20 Mitbewerbern häufig den Ausschlag zugunsten des Vifer Unternehmens. Zudem versorgt sich das Tiefbauunternehmen so gleich kostengünstig selbst mit Material für den Unterbau von Straßen oder Betriebsflächen. „In Grenoble gibt es einen großen Markt für Abbrucharbeiten. Wir verwerten alle Materialien, die nur irgendwie verwertbar sind“, erklärt Benjamin Converso.


Souveräner Auftritt. Der Arocs hat sich im harten Einsatz bei Converso TP bewährt.

Trotzdem ist die wirtschaftliche Situation für seine Firma wie auch für die meisten französischen Bauunternehmen schwierig. „Unsere Margen sind von 10 bis 13 Prozent auf nur noch 3 bis 5 Prozent gefallen“, gesteht Converso. Daher gehört ein striktes Controlling zum A und O der Betriebsführung: Jeder Lkw ist eine eigene Kostenstelle, der alle Ausgaben angelastet werden – vom Kraftstoff  über die Ersatzteile und die Reifen bis zur Arbeitszeit der Mechaniker. „Das erlaubt uns, für jeden Auftrag die exakten Kosten zu berechnen", präzisiert Converso.

Das zeigt ihm auch, wo die Firma Geld verdienen kann und wo nicht: „Sobald unsere Dumper und Baumaschinen längere Zeit auf den Baustellen verweilen können, schreiben wir schwarze Zahlen. Bei jedem Transport hingegen machen wir minus.“ Bei Einsätzen in den Bergen, wo der Kraftstoffverbrauch besonders zu Buche schlägt, ist das Missverhältnis noch größer.


Für das Betanken der Baumaschinen verfügt das Unternehmen über einen eigenen Tankwagen. „Das ist eine Frage der Flexibilität. Ließen wir den Diesel von Mineralölhändler auf die Baustellen liefern, müssten wir mitten am Tag die Maschinen anhalten“, erläutert Benjamin Converso. Die Betankung übernimmt übrigens der Fahrer der Kehrmaschine – auch für die knapp 30 Bulldozer, Grader, Radlader und Bagger des Unternehmens. Nachdem er deren Tanks in aller Frühe aufgefüllt hat, kann er wieder seine Runden mit der Atego-Kehrmaschine drehen.

Fotos: Hans Müller


Kontakt.

Benjamin Converso, Converso TP
Tel.: +33 (0)4 76 72 52 11

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