Der neue Actros 1843 LS Kippsattel im Einsatz bei der Geiger-Gruppe

Fahrzeug & Technik

Der Grenzgänger.

Neuheit bei Mercedes-Benz Trucks: Der straßenorientierte Actros 1843 LS mit Hydraulikanlage für Kippsattel ist gewohnt effizient auf der Straße, steckt aber auch einen Abstecher auf die Baustelle locker weg. Bei der Geiger-Gruppe im Allgäu ist das Multitalent mit dem großen Nutzlastvorteil bereits im Einsatz.


„Wir wollen ein Fahrzeug, das auf der Straße eine hohe Wirtschaftlichkeit hat, aber auch bei den letzten Metern auf der Baustelle bestehen kann“, sagt Andreas Weber. Er ist Leiter Logistik und Geschäftsentwicklung bei der Unternehmensgruppe Geiger aus dem Allgäu. Die Lösung für die Spezialaufgabe bei Geiger: die neue straßenorientierte Kippsattel-Zugmaschine Actros 1843 LS mit Hydraulikanlage. Ein Blick in das Portfolio der Geiger-Gruppe zeigt: Das Unternehmen ist auf Autobahnen genauso zu Hause wie in der Baugrube.


Einsatz vor Schloss Neuschwanstein. Der straßenorientierte Actros 1843 LS für Kippsattel wird von der Geiger-Gruppe beim Kiesabbau im trockengelegten Forggensee eingesetzt.
Einsatz vor Schloss Neuschwanstein. Der straßenorientierte Actros 1843 LS für Kippsattel wird von der Geiger-Gruppe beim Kiesabbau im trockengelegten Forggensee eingesetzt.

Das 1923 durch Wilhelm Geiger gegründete Unternehmen deckt heute in einem Firmenverbund alle Dienstleistungen rund um das Thema Bau ab. Von Transport und Lieferung des Materials über die Projektplanung und Hoch- und Tiefbau bis hin zu Sanierung und Entsorgung gibt es bei Geiger alles aus einer Hand. Das macht die Gruppe mit 2 000 Mitarbeitern an 50 Standorten und einem Umsatz von 400 Millionen Euro zu einem der größten Arbeitgeber im Allgäu.

Der Bitumentransport von Ingolstadt  nach Kempten im Allgäu über die Autobahn gehört genauso zum Tagesgeschäft wie der Transport von Schüttgütern über steile Steinbruchrampen – und das in den meisten Fällen mit der charakteristischen grünen Fahrzeugflotte mit dem roten Firmenschriftzug.

Bei einem der kleineren Projekte der Geiger-Gruppe, der Kiesentnahme aus dem für mehrere Wochen im Jahr trockengelegten Forggensees am Fuße des Schlosses Neuschwanstein, zeigt der straßenorientierte Actros 1843 LS, was er kann. Die Zufahrt zur Beladung durch Radlader mitten im See nimmt er souverän. Durch diese erhöhte Baustellentauglichkeit ist der Fahrzeugeinsatz an den Schnittstellen zwischen Autobahn und Baugrube für Geiger deutlich effizienter und planbarer.



„Für uns ist es wichtig, dass auch die Langstrecken-Lkw mal einen Abstecher in die Baugrube wegstecken.“

Andreas Weber, Leiter Logistik und Geschäftsentwicklung bei Geiger Logistik GmbH & Co. KG im Allgäu


Bis dato konnte der für lange Strecken auf festen Straßen konzipierte Actros nicht immer in die Baustelle einfahren. Dafür wurde der geländegängige Arocs eingesetzt, der durch seine robuste Bauweise Abstriche bei der Nutzlast machen musste. Die straßenorientierte Kippsattel-Zugmaschine Actros 1843 LS mit Hydraulikanlage schließt nun diese Lücke.

Wichtig für Andreas Weber: „Der Lkw muss ein möglichst geringes Leergewicht haben, um eine hohe Nutzlast zu erreichen. Zudem sollen unsere Fahrer darin übernachten können. Für das Rangieren auf Baustellen hingegen ist es wichtig, dass das Fahrzeug möglichst viel Bodenfreiheit aufweist und große Böschungs- und Rampenwinkel meistert.“

Der straßenorientierte Actros 1843 LS mit Kippsattel ist deshalb konsequent auf den Transport von Schüttgütern mit sehr hohem Straßenanteil und gelegentlichem Geländeeinsatz ausgelegt.



Was ihn von Fernstraßen-Actros und Bau-Arocs unterscheidet: Der Neue bleibt der wirtschaftliche, fernverkehrstaugliche Straßenspezialist, wurde aber gezielt für den Geländeeinsatz verstärkt. Diesen Vorteil erreicht er mit nur 70 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber der herkömmlichen Actros Sattelzugmaschine. Jedoch ist er immer noch bis zu 150 Kilogramm leichter als der vergleichbare Arocs 4×2 LS.

Um die neue Konfiguration zu realisieren, wurde im straßenorientierten Kippsattel die gerade Vorderachse des Arocs verbaut, was für größere Bodenfreiheit sorgt. Der Vorderfederbock ist aus robustem Stahl und nicht aus Aluminium gefertigt. Auch die baustellentauglichen Stoßfängerecken aus Stahl und der optional erhältliche bewegliche Einstieg schaffen mehr Robustheit und Bewegungsfreiheit auf der Baustelle.

Für den Kippereinsatz steht bereits ab Werk die vollständige Kipphydraulik der 4×2- und 4×4-Sattelzugmaschinen zur Verfügung. Das Zweileitungssystem ist umschaltbar von Hochdruck mit 250 Bar auf Niederdruck mit 170 Bar und umfasst einen Rücklauffilter.

Durch die Kombination der Vorteile von Actros und Arocs ist die Geiger-Gruppe an den Schnittstellen von Baugrube und Autobahn noch flexibler.

 


Hoher Straßenanteil. Bei Geiger sind die Kippsattel teils über weite Strecken auf der Straße unterwegs – da zählt jedes Kilogramm Nutzlast.
Hoher Straßenanteil. Bei Geiger sind die Kippsattel teils über weite Strecken auf der Straße unterwegs – da zählt jedes Kilogramm Nutzlast.

Fotos: Bernhard Huber