Hundert neue Actros für Samskip Van Dieren

Geschäft & Logistik

„Eine lohnende Investition“.

Schon in den frühen neunziger Jahren sprang Henk von Dieren auf den intermodalen Zug auf. Heute ist sein Unternehmen, Samskip Van Dieren Multimodal, Marktführer in der Kombination von Straße, Schiene und Schiff. Der neue Actros Euro VI spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die günstigste Lösung. Innerhalb von fünf Jahren sollen 540 neue Actros-Lkws in den Fuhrpark aufgenommen werden – dann wird Samskip Van Dieren zu 100 Prozent Mercedes-Benz fahren.
 

Alles begann in einer schlaflosen Nacht. Vor gut zwanzig Jahren schaute Henk van Dieren in einem abgelegenen polnischen Hotel von seinem Bett aus durchs Fenster. Er sah einen langen, mit Containern beladenen Güterzug vorbeikommen. Da hatte er eine geniale Idee. „In diesem Augenblick wusste ich: das ist die Lösung, um der Konkurrenz in der Transportbranche die Stirn zu bieten“, erinnert sich der CEO von Samskip van Dieren Multimodal. So wurde das vielleicht interessanteste Kapitel der ereignisreichen Geschichte des Genemuidener Spediteurs geschrieben.

Nach der Gründung im Jahr 1959 wurde Van Dieren Transport vor allen Dingen als Transportspezialist für Heimtextilien bekannt. Der Straßentransport schien in den neunziger Jahren aber keine zukunftsträchtige Lösung zu sein. Van Dieren: „Die Marktöffnung in Russland und Osteuropa nach der Perestroika führte zu einer kräftigen Zunahme der Güterströme in Richtung Osten. Unsere Gewinne schmolzen aber wegen der langen Wartezeiten unserer Lkws an der Grenze weg. Das musste sich ändern. Deshalb haben wir schon früh nach intermodalen Lösungen gesucht. Als wir im Jahr 1992 unsere Transportdienstleistungen auch über die Schiene erbrachten, war das wirklich bahnbrechend.“

Im Jahr 2002 firmierte Van Dieren Transport um in Van Dieren Maritime und ging als „intermodaler Architekt“ auf den Markt. Samskip Multimodal B.V. in Rotterdam ist seit etlichen Jahren alleiniger Eigentümer des innovativen Unternehmens. Es arbeitet seit 2012 unter dem Namen Samskip van Dieren Multimodal und gehört zu den führenden Marktteilnehmern im intermodalen Verkehr Europas. Zwar bläst der Branche viel kalter Wind ins Gesicht, aber Van Dieren Multimodal wächst auch im Gegenwind. Samskip Multimodal bietet kurze Seetransporte unter anderem nach England, Irland, Spanien und Portugal an. Das erweist sich als ausgezeichnete Ergänzung zum Netzwerk von Samskip van Dieren Multimodal, das fünfunddreißig Mitarbeiter im Genemuidener Kontrollturm hat.

 

„Wir haben inzwischen zwanzigjährige Erfahrung im internationalen Transport“, erklärt Van Dieren. „Wir entwickeln ständig neue Schienenangebote in verschiedene Länder und strategische Umschlagplätze. Traditionell sind wir in Skandinavien stark vertreten, aber wir haben auch Verbindungen nach Polen, Tschechien, Italien und in die Türkei. Wir bieten unsere Dienstleistungen also in Nord-, Süd- und Osteuropa an. Da wir sehr unterschiedliche Waren transportieren, haben wir eine sichere Risikoverteilung.“

Seit kurzem konzentriert Samskip Van Dieren Multimodal seine europäischen intermodalen Transportströme auf sein eigenes neues Bahnterminal in Duisburg. Mit einer Gesamtfläche von 140.000 Quadratmetern für meist 45-Fuß-Container und Huckepack-Anhänger hat es seine Schlagkraft im Wettbewerbsumfeld kräftig erhöht. Das neue Terminal hat sieben Gleise von je 700 Metern Länge zum gleichzeitigen Laden und Entladen von Shuttlezügen. Über fünfzig Züge pro Woche kommen und gehen hier aus und in Richtung einer wachsenden Anzahl europäischer Standorte.

Für den Vor- und Nachtransport hat Samskip Van Dieren Multimodal eine Flotte von etwa zweihundert Lkws, verteilt auf die europäischen Niederlassungen. Gut 70 Prozent hiervon wurden von Mercedes-Benz geliefert. Eine Rahmenvereinbarung zwischen beiden Parteien sieht vor, dass der Fuhrpark innerhalb von fünf Jahren um 540 Actros-Zugmaschinen erweitert wird, so dass die Zahl in absehbarer Zeit 100 Prozent betragen wird. Im Jahr 2013 wurden runde hundert neue Actros-Lkws mit Euro VI-Motor in Betrieb genommen.

Van Dieren: „Zu den hervorragenden Produkteigenschaften der Mercedes-Benz-Lkws kommt unser stets gutes Verhältnis zum Händler Wensink und zu Mercedes-Benz Nederland. Bei der letzten Ausschreibung haben wir die Gespräche mit dem Ziel einer Win-Win-Situation geführt. Daraus ergab sich ein stattlicher fünfjähriger Rahmenvertrag. Außerdem hat Mercedes-Benz ein feinmaschiges internationales Servicenetz, das uns immer mobil hält.“

Im Jahr 2012 wurden achtzig Actros 1842 LS 4x2-Lkws und zwanzig Actros 2542 6x2-Lkws mit Vorlaufachse in die Flotte aufgenommen. Der größte Teil der Lkws mit Vorlaufachse wird im Transport in Schweden und Norwegen eingesetzt, wo besondere gesetzliche Bestimmungen zu den Achslasten gelten. Alle Lkws haben die StreamSpace-Kabine und sind mit FleetBoard ausgestattet. Das ermöglicht etwa Fahrstilanalysen, Wartungsplanung und das Ablesen der Fahrtenschreiberdaten per Fernzugriff. Außerdem werden über ein Interface Nachrichten zwischen den Lkws und der Planungsabteilung ausgetauscht.

 
 

Die neuen Actros-Lkws wurden mit einem sauberen und sparsamen Euro VI-Motor geliefert. Van Dieren: „Abgesehen von den Gesetzen und Vorschriften finde ich es wichtig, die Welt für unsere Kinder bewohnbar zu erhalten. Das intermodale Transportkonzept schließt sich hieran nahtlos an. Allein im Jahr 2012 haben wir mit unseren Zügen 60 Millionen Transportkilometer zurückgelegt, und in den nächsten zwei Jahren kommen wir auf 75 Millionen Kilometer. Damit entsprechen wir dem Brüsseler Wunsch, den CO₂-Ausstoß in den kommenden Jahrzehnten kräftig zu senken. Und natürlich fragen auch unsere Auftraggeber immer häufiger nach nachhaltigen Transportlösungen. Auch hierbei war Mercedes-Benz für uns der richtige Partner. In einem frühen Stadium konnten sie Euro VI-Lkws liefern, die zuverlässig und sparsam zugleich waren. Ich sehe die Investition in Euro VI deshalb nicht als Zusatzkosten, sondern als Chance, uns auf dem Markt abzuheben.“

Der Erfolg von Samskip Van Dieren Multimodal beweist, dass die Zukunft der Innovation und der Kooperation gehört, sowohl mit Lieferanten als auch mit anderen Spediteuren. Ohne jede Überheblichkeit sagt Van Dieren: „Wir sollten einander nicht kaputtkonkurrieren sondern nach intermodalen Lösungen suchen, damit wir unseren Kunden die richtigen Preise anbieten können. Mein Vater hat mir beigebracht: Es ist leichter, einen Euro Gewinn zu verteilen, als zwei Euro Verlust. Recht hatte er!“

www.samskipvandieren.com

Foto: Roger de Kok