Adventsaktion 2017

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Wartungsplanung und Telediagnose via FleetBoard

Wirtschaft & Logistik

„Investieren, aber richtig!“.

Das Erfolgsrezept von Alfred Amenda ist eine komplexe Mischung. Zentrale Bestandteile sind Qualität, Effizienz und Fahrzeugverfügbarkeit. Dafür unverzichtbar: seine neuen Actros, FleetBoard und eine telematikbasierte Wartungsplanung.

Unternehmerisches Gespür. Alfred Amenda weiß, dass es auf die richtige Balance ankommt – im Kundenportfolio, in der Belegschaft, im Fuhrpark. Hier setzt er konsequent auf Mercedes-Benz und übernahm kürzlich den 1000sten Lkw mit dem Stern.

„Erkundigen Sie sich mal bei Coca-Cola, ob die Ihnen ihr Rezept verraten!“ Alfred Amenda lacht, als er die Frage nach seinem unternehmerischen Erfolgsrezept zunächst mit dieser Antwort pariert. Dann aber mag er doch darüber Auskunft geben, wie er es als Unternehmer mit deutscher Lkw-Flotte schafft, erfolgreich zu sein in einer Branche, die über extremen Kostendruck, fallende Raten und Billigkonkurrenz aus dem Ausland klagt.

Der geschäftsführende Gesellschafter der Alfred Amenda & Sohn Transport GmbH aus dem oberbayerischen Hohenwart zeichnet ein komplexes Bild, das ein bisschen an ein Tausender-Puzzle erinnert, bei dem alle Teile ineinandergreifen: Selbstverständlichkeiten ebenso wie innovative Ideen oder die Bereitschaft, unkonventionelle Wege einzuschlagen, die langfristigen Erfolg garantieren.


„Wir definieren uns über Qualität“, sagt Amenda und will darunter keinen abstrakten Begriff verstanden wissen. Für ihn umfasst Qualität nicht nur Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit oder das Erscheinungsbild der Lkw. Auch gute Organisation, gezielte Mitarbeiterschulung, moderne IT und passende Immobilien gehören dazu. „Es geht nicht darum, dass Qualität etwas kostet, sondern darum, dass sie, wenn man richtig investiert, die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steigert.“

Amendas 220 Lkw starke Flotte fährt zum größten Teil im Zweischichtbetrieb für große Speditionsnetzwerke und Paketdienste im Liniendienst. Darüber hinaus transportiert das Unternehmen Ersatzteile, Papier, Druckfarben sowie andere Komplettladungen. Bei vielen Auftraggebern, erzählt Amenda, habe sein Unternehmen mit einem oder zwei Lkw begonnen. „Als sich gezeigt hat, dass wir Qualität liefern, wurden die Aufträge immer umfangreicher. Und zwar bei allen Kunden, sodass wir uns eine gesunde Mischung in unserem Auftragsportfolio erarbeitet haben. Kein Kunde hat bei uns mehr als acht Prozent Umsatzanteil.“

Auf Basis eines ausgefeilten Controllings sucht Amenda immer wieder Potenziale für die Senkung der Kosten. Ein nicht alltägliches Beispiel dafür steht neben der Anschlussstelle Langenbruck-Ost an der A9, zwölf Bundesstraßenkilometer östlich des Firmensitzes. Dort hat Amenda eine Tankstelle gebaut und diese langfristig an ein großes Mineralölunternehmen verpachtet. Weil er sich mit dem Pächter aber nicht über die Einkaufspreise für die eigene Flotte einigen konnte, existiert jetzt neben der öffentlichen eine weitere Tankstelle. Die ist ausschließlich Amenda-Zügen vorbehalten, die dort ihre Dieseltanks füllen.


„Die Treibstoffkosten sind einer unserer größten Ausgabeposten, da spielen Preisunterschiede von zwei oder drei Cent schon eine große Rolle“, sagt Amenda. Er schätzt den Gesamtverbrauch seiner Flotte auf ungefähr 12 Millionen Liter pro Jahr. Rund 80 Prozent davon werden mit den beiden Betriebstankstellen – eine weitere befindet sich im Raum Augsburg – abgedeckt. Wenn dann noch der eine oder andere Liter Diesel durch neue Lkw eingespart werden kann, geht Amendas Investitionsstrategie auf. „Unsere neuen Actros Euro VI verbrauchen rund sieben Prozent weniger Sprit als die Vorgänger.“

Einen weiteren cleveren Schachzug ließ sich der Unternehmer vor einigen Jahren einfallen. Neben der Alfred Amenda & Sohn Transport GmbH betreibt er die Vermietflotte HoRenta. Zum einen kann er Lkw so zu besonders günstigen Konditionen beschaffen, zum anderen besitzt er immer genug Flexibilität im Fuhrpark, um auf Auftragsspitzen schnell reagieren zu können. Dafür, dass seine Flotte die Nachfrage stets abdecken kann, sorgt auch die eigene Werkstatt. In diesem Bereich beschäftigt Amenda 22 Mitarbeiter, die außerdem den Service für alle Zugfahrzeuge und Trailer erledigen, Unfallschäden reparieren und sich in begrenztem Umfang auch um Fremdfahrzeuge kümmern.

Im Fall von Mercedes-Benz sind es auch die passgenau geschneiderten Angebote des Herstellers, die helfen, Abläufe in der Werkstatt effizienter zu strukturieren. Hellauf begeistert äußert sich Amenda über die Telediagnose von FleetBoard. „Tritt unterwegs ein Problem auf, muss der Fahrer nicht auf gut Glück irgendeine Servicestation anfahren. Unser Werkstattmeister kann über FleetBoard den Fehler eingrenzen und zum Beispiel den eigenen Notdienst entsprechend instruieren oder eine Werkstatt ausfindig machen, die das benötigte Ersatzteil vorrätig hat.“


Der neue Actros bringt’s. Von den 220 Lkw im Amenda-Fuhrpark sind mittlerweile 135 neue Actros Euro VI – einer davon ist hier unter der Talbrücke Holledau zu sehen, die die A9 über eine Senke bei Geisenhausen führt.

Auch eine effizientere Planung anstehender Servicearbeiten wird möglich, weil der technische Zustand der Lkw via FleetBoard laufend kontrolliert werden kann. Amenda erläutert: „So lassen sich Werkstattarbeiten vernünftig vorbereiten und bündeln. Manches kann man vorziehen, anderes erst mal bis zum nächsten Routinecheck vernachlässigen. Das alles hilft, Standzeiten zu minimieren!“

FleetBoard unterstützt Amenda aber nicht nur darin, Werkstattaufenthalte zu verkürzen und Lkw zuverlässiger zu machen, sondern auch Kraftstoff zu sparen. „Die Einsatzanalyse monitort für uns die Fahrerleistungen, sodass wir bei Bedarf Schulungen für kraftstoffsparendes Fahren durchführen können.“

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Amenda sind gute Fahrer – und die sind derzeit schwer zu finden. Ein leider anhaltender Trend: „Früher gab es jede Menge Fahrer, die ihren Führerschein beim Bund erworben haben. Aber wenn wir heute ausbilden wollen, sind die Bewerber meist 15- oder 16-Jährige, die gerade den Hauptschulabschluss erworben haben. Mit denen können wir wenig anfangen, weil die Anwärter zwei Jahre älter sein müssten, um im Lkw fahren zu dürfen. In dieser Altersgruppe jedoch gibt es vorwiegend Mittelschulabsolventen, die in der Regel andere Berufswünsche haben.“

Amenda versucht, die Fahrer mit Sozialleistungen wie Krankenhaustagegeld, Altersvorsorge sowie einer erweiterten Krankenversicherung an das Unternehmen zu binden. Und er stellt ausländische Mitarbeiter an, die dem Fahrerberuf seiner Erfahrung nach eher etwas abgewinnen können als viele Deutsche. „Wir haben in unserem Unternehmen zwanzig Nationalitäten versammelt. Da muss das Miteinander immer wieder mit viel Einfühlungsvermögen und manchmal auch mit klaren Ansagen geregelt werden“, sagt Amenda.

„Obwohl unsere Branche durch Sozialdumping, Fahrermangel und teilweise unsinnige Regulierungen stark unter Druck steht, ist unser Unternehmen gesund, weil wir eine vernünftige Firmenphilosophie haben“, resümiert Amenda. „Unterm Strich sind wir sehr zufrieden.“ Vielleicht gehört bei Amenda zum Erfolg auch die Fähigkeit, zwischendurch abschalten zu können. Alfred Amenda macht das beim Fliegenfischen und neuerdings beim Malen.

www.amendagmbh.de

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