15 Jahre Branchen-Informations-Center in Wörth

Dienstleistung

15 Jahre BIC.

Welche Lkw-Komplettlösung passt für meinen Transportbedarf? Antworten gibt es im Branchen-Informations-Center in Wörth – seit genau eineinhalb Jahrzehnten. Von Anfang an dabei: Trailer-Spezialist Schmitz Cargobull und viele weitere Aufbauhersteller.

Dynamisches Doppel. Gerd Rohrsen von Schmitz Cargobull (l.) und BIC-Leiter Horst Schaub auf dem Außengelände des Branchen-Informations-Centers.

Für die einen ist es einfach nur ein Truck mit Trailer. Horst Schaub dagegen sieht in diesem Sattelzug, hier im Branchen-Informations-Center (BIC) im Mercedes-Benz Werk Wörth, eine optimale Kombination: „Wir haben ein aerodynamisches Fahrerhaus mit aerodynamischem Auflieger mit nur zwei Achsen und eine moderate Motorisierung“, sagt der Leiter des BIC, das in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag feiert. Genau richtig also für wirtschaftliche Transporte leichterer Waren, mit denen das zulässige Gesamtgewicht nicht ausgereizt wird.

Für jeden Transportbedarf die passende Kombination.

Horst Schaub und sein Team sind unschlagbar darin, Kunden für ihren Bedarf die richtige Komplettlösung zu empfehlen, also die passende Kombination aus Truck und Aufbau – Service hoch zwei sozusagen. Rund 180 Fahrzeuge stehen in Wörth, mit Aufbauten von insgesamt 65 Herstellern. Die BIC-Berater erläutern, immer bezogen auf die Transportaufgabe, die Eigenschaften der Fahrzeuge. Und die Kunden können ausprobieren und Probe fahren – mit oder ohne Zuladung sowie im öffentlichen Straßenverkehr oder auch auf abgeschirmten Teststrecken.

Der gerade vorgestellte Sattelzug ist ein Actros 1843 mit StreamSpace-Fahrerhaus, dahinter ein Auflieger mit Seitenverkleidungen, die den Windwiderstand verringern helfen. Aufgrund des zweiachsigen Trailers beträgt das zulässige Gesamtgewicht 38 statt 40 Tonnen. Doch viele Fernverkehrstransporte mit Sattelaufliegern rollen hierzulande mit höchstens 35 Tonnen auf den Straßen – da reicht ein Zweiachser, für den der Unternehmer weniger Maut und Reifenverschleiß kalkulieren muss. Auch die 315 kW des Actros genügen und sorgen für einen verringerten Verbrauch.


Enorme Auswahl. Rund 180 Lkw-Komplettlösungen mit Aufbauten von insgesamt rund 65 Herstellern stehen Kunden im BIC zur Verfügung.

„Im BIC arbeiten Fachleute, die das Wissen und die Zeit mitbringen, ihren Kunden genau solche Dinge zu erklären“, so Gerd Rohrsen, Public-Relations-Chef bei Schmitz Cargobull. Der Aufbauhersteller mit mehr als 5.000 Mitarbeitern und einer eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung offeriert Trailer und Kühlkoffer, aber auch Kipper. Insgesamt gut 46.000 Fahrzeuge wurden im Jahr 2014 an den neun Standorten produziert. Seit dem Start des BIC am 1. Juni 2000 ist der Traditionshersteller mit Zentrale in Horstmar im Münsterland dort vertreten. Derzeit stellt Schmitz Cargobull acht Produkte in Wörth aus, darunter den aerodynamischen Auflieger, einen Curtainsider.

„Die Beratung hier ist fair, neutral und allein der besten Transportlösung verpflichtet“, sagt Gerd Rohrsen. Das ist schon deshalb wertvoll, weil ja viele Aufbauhersteller hochwertige Produkte anbieten – was aber nicht heißt, dass jedes davon für jeden Transportbedarf geeignet ist. „Stellen Sie sich zum Beispiel vor: Ein Kunde hat einen Trailer von Hersteller A in Leichtbauweise und einen vergleichbaren, aber konventionell gebauten von Hersteller B zur Auswahl – und gibt zu verstehen, dass er häufig in Gegenden mit schlecht ausgebauten Straßen fährt“, schildert Rohrsen. Dann werde der Berater sehr wahrscheinlich die konventionelle, weil etwas robustere und damit in diesem Fall besser geeignete Variante empfehlen.

Am Umstand, dass es so viele gute Aufbau-Produkte gibt, hat das BIC sogar indirekt seinen Anteil. Denn die Experten nutzen ihre enge Zusammenarbeit mit vielen Herstellern auch, um diese an einen Tisch mit den Entwicklern von Mercedes-Benz Trucks zu bekommen. „Für uns ist es sehr wichtig, beim Entwickeln von Fahrzeugen und beim Konzipieren von Branchenlösungen die Aufbauhersteller einzubeziehen“, erklärt Horst Schaub. Reifenkonzepte, Aufsattelhöhen, Beschaffenheit der Anhängerkupplung, aerodynamische Optimierungen: Je besser hier die Abstimmung ist, desto besser passen letztlich Truck und Aufbau zusammen.

Wenn der Kunde eine Auswahl hat, hängt seine Kaufentscheidung mitunter von den Details ab. Den Möglichkeiten zur Ladungssicherung zum Beispiel. Oder auch an einer Entwicklung wie dem „Speed Curtain“, mit der der Zweiachser von Schmitz Cargobull ausgestattet ist. „Der kommt ohne Rungen aus und lässt sich besonders schnell öffnen“, erklärt Rohrsen. Manchen Unternehmern mag das keinen nennenswerten Vorteil verschaffen – anderen aber durchaus, weil sie zum Beispiel für die Automotive-Branche fahren, wo just in time an der Tagesordnung ist und an der Rampe deshalb mitunter Sekunden zählen.

Keine Frage, dass die BIC-Experten auch über solche Dinge Bescheid wissen – vermeintliche Kleinigkeiten, die jedoch große Auswirkung haben können auf die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Fahrzeugs. „Hier im BIC wird“, so Gerd Rohrsen, „die Produkt- zur Transportberatung.“

www.cargobull.de


Branchen-Informations-Center.

Beratung.
Bis zu 13.000 Kunden berät das Team des BIC pro Jahr. Sie können sich „gewöhnliche“ Sattelzüge erklären lassen, aber auch Baufahrzeuge, Kühl-Lkw, Sonderfahrzeuge oder Schwerlastzüge. Jede dieser insgesamt rund 180 Lösungen steht für eine Probefahrt bereit.

Events.
Pro Jahr lädt das knapp 20 Personen starke Team zu etwa 50 Kunden-Events ein, darunter „Kipperschauen“ auf einem Offroad-Parcours. Viele Events organisiert das BIC gemeinsam mit Aufbauherstellern.

Verkauf.
Nach spätestens sechs Monaten wird jedes Ausstellungsfahrzeug ausgetauscht – gegen ein baugleiches oder eine Neuheit – und verkauft. Jährlich setzt das BIC bis zu 600 Ausstellungsfahrzeuge ab.

www.mercedes-benz.de/bic

Fotos: Alexander Fischer