Nutzfahrzeug-Zentren: Alles unter einem Dach

Dienstleistung

„Voller Nutzwert“.

Kauf, Finanzierung, Wartung – die Nutzfahrzeug-Zentren von Mercedes-Benz vereinen alle Leistungen rund um Trucks und Vans unter einem Dach. Markus Fleig, einer der „Väter“ der erfolgreichen Einrichtungen, über das Konzept dahinter.

Effizienter Service. Wartungen und Reparaturen von Lkw und Transportern sind in jedem der momentan sieben Nutzfahrzeug-Zentren ein wichtiger Dienstleistungs-Baustein.
 

Herr Fleig, Daimler ist seit Jahrzehnten erfolgreich im Geschäft mit Lkw und Vans. Warum mussten trotzdem Nutzfahrzeug-Zentren her?

Markus Fleig: Die Zentren sind darauf ausgerichtet, das ganze Spektrum an Vertriebs- und Serviceleistungen anzubieten. Für Trucks und Vans ebenso wie für Sonderfahrzeuge und Busse. Vom Verkauf neuer und gebrauchter Fahrzeuge mitsamt Finanzierung über die Reparatur und Wartung bis hin zum 24-Stunden-Pannendienst. Auch Produkte wie CharterWay und TruckWorks sind vertreten. Voller Nutzwert aus einer Hand also für Nutzfahrzeug-Kunden! Zuvor, als Lkw und Transporter an denselben Standorten wie Pkw verkauft wurden, hatte der Kunde dagegen oft mehrere Anlaufstellen – etwa für Verkauf hier und Ersatzteile an einem anderen Standort. Mitunter war schlicht nicht genug Platz vorhanden, um zum Beispiel Reparaturfahrzeuge sofort anzunehmen. Durch die Zentren spart der Kunde Wege und Wartezeiten – und gewinnt eindeutig an Wirtschaftlichkeit.

Wege spart man auch durch gute Erreichbarkeit.

Markus Fleig: Deshalb sind unsere Nutzfahrzeug-Zentren direkt an wichtige Verkehrsadern angebunden. Bei der Auswahl der Standorte spielt zudem eine Rolle, ob man sie mit Schwerlastzügen problemlos anfahren kann. Die richtig schweren Trucks waren übrigens auch bei der Ausstattung der Werkstätten ein wichtiger Maßstab: An allen Standorten gibt es Hebeanlagen, die sogar solche Lkw und auch Busse gut gestemmt bekommen, sodass die Wartungen und Reparaturen zügig vonstattengehen können.

Wie viele der Zentren gibt es inzwischen?

Markus Fleig: Den ersten Standort haben wir 2009 in Eschweiler bei Aachen eröffnet, heute sind es sieben. Das jüngste Nutzfahrzeug-Zentrum existiert seit dem vergangenen Jahr in Mannheim. Die anderen Zentren sind in Augsburg, Berlin, Bremen, Frankfurt und Kassel – das zeigt: Wir haben bundesweit inzwischen eine sehr gute Abdeckung erreicht.

Haben einzelne Standorte ihre Schwerpunkte?

Markus Fleig: Es hat sogar jeder seinen Schwerpunkt. So gibt es in Augsburg einen besonders großen Karosseriebereich. In Berlin spielt der Vertrieb von neuen und gebrauchten Transportern eine hervorgehobene Rolle. In Kassel wurde eine Lackierkabine für Busse eingerichtet, die überregionale Bedeutung hat.

Welche Rolle bei der Konzeption spielt der Kontakt zum Kunden?

Markus Fleig: Eine entscheidende! Wir schauen genau auf die Bedarfe im jeweiligen Einzugsgebiet, nicht zuletzt durch direkten Austausch. Außerdem gibt es durchschnittlich etwa sechs Monate nach einer Eröffnung sogenannte Lessons-learned-Veranstaltungen mit Nutzern. Die Ergebnisse fließen in die Folgeprojekte mit ein.

Worauf kommt es beim Bau selbst an?

Markus Fleig: Besonders wichtig ist uns die Nachhaltigkeit. Alle Standorte werden umweltschonend errichtet und betrieben. Neben dem Energieverbrauch spielt die Energiebereitstellung eine zentrale Rolle: Überall kommen auf den Bedarf angepasste Konzepte zum Einsatz, beispielsweise Wärmepumpen in Verbindung mit Brennwertkesseln, Blockheizkraftwerke oder beispielweise auch ressourcenschonend erzeugte Fernwärme. Entscheidend sind darüber hinaus die Arbeitsbedingungen.

Wo erkennt man das?

Markus Fleig: Zum Beispiel in den Werkstätten, wo es große Lichtbänder für einen hohen Anteil an natürlicher Beleuchtung gibt. An jedem Arbeitsplatz haben wir Zapfanlagen für Öle, Kühlmittel und Frischwasser. Die Werkzeug- und Teileausgabe und die Abstellflächen für die Fahrzeuge sind nah bei den Arbeitsflächen. Solche Bedingungen spiegeln sich in einer höheren Servicequalität wider.

Wo eröffnet das nächste Zentrum?

Markus Fleig: Ich kann noch keinen Standort und auch keinen Termin nennen, aber so viel ist sicher: Es wird weitere Zentren geben. Wir wollen  das Konzept zudem künftig auch im Ausland umsetzen.

 

Zum Beispiel: Berlin.

Das Nutzfahrzeug-Zentrum mit der größten Grundstücksfläche – mehr als 60 000 Quadratmeter – wurde 2009 in Berlin eröffnet. „Wir haben Platz genug, um jederzeit rund 400 neue und gebrauchte Fahrzeuge anzubieten. Wir verkaufen pro Jahr rund 900 Lkw, über 3 000 neue Transporter und mehr als 2 000 gebrauchte Fahrzeuge“, sagt Standortleiter René Rudelt (Foto). In der Werkstatt sind die Öffnungszeiten quasi aufgehoben: Von 6 Uhr früh am Montagmorgen bis 18 Uhr am Samstagabend wird hier durchgehend gearbeitet. Wer will, kann sein Fahrzeug also auch mitten in der Nacht bringen oder abholen. Selbst am Wochenende sind Reparaturen möglich. Im Notfall rücken die Monteure jederzeit zum Mercedes-Benz Service24h aus. „Wir befinden uns hier direkt an der Stadtautobahn 113, die nächste Ausfahrt ist um die Ecke“, sagt Rudelt. Ein weiteres Plus des Nutzfahrzeug-Zentrums – für minimale Standzeiten und maximale Wirtschaftlichkeit.

Fotos: Gerhard Westrich