FleetBoard im Einsatz auf einer Frankreich-Tour von Wiedmann & Winz

Fahrzeug & Technik

Vorfahrt für FleetBoard.

Wiedmann & Winz hat für „Mercedes-Benz Transport“ durchgespielt, was FleetBoard kann. Dabei wurde deutlich: Wird das Potenzial der Telematiklösung voll ausgeschöpft, profitieren alle – Unternehmen, Fahrer und Kunde.

Reibungslose Kommunikation. Kaum hat der Fahrer über den DispoPilot.guide die Zustellung der ersten Sendung gemeldet, kommt der nächste Auftrag herein: Wein von einem Gut nahe Châteauneuf-du-Pape.

Der Himmel ist fast so blau wie der Lkw, das Thermometer zeigt 35 Grad Celsius. Staub wirbelt auf, während Jacques Mirbach seinen Actros 1842 auf den Hof des Fertigteilewerks in Marseille steuert. Seine Fracht, Magazinroboter für die Herstellung von Betonschaltafeln, wird schon von den Technikern erwartet.

Kaum hat Mirbach den Truck abgestellt, meldet er über den FleetBoard DispoPilot.guide, ein Gerät von der Größe eines Taschenbuchs und mit Touchscreen ausgestattet, der Disposition in Geislingen/Steige Ankunft und Entladebeginn. Es ist Mittwoch, 14.30 Uhr. Ohne nennenswerte Probleme hat der Fahrer, der seit 15 Jahren unfallfrei für den Logistiker Wiedmann & Winz unterwegs ist, die rund 1000 Kilometer lange Tour von Meckesheim bei Heidelberg bis an Frankreichs Mittelmeerküste zurückgelegt.

Der DispoPilot.guide ist Nachrichten- und zugleich Verkehrszentrale. Zusammen mit dem Bordcomputer TiiRec bildet er im Fahrerhaus das Herzstück von FleetBoard, dem Telematiksystem von Mercedes-Benz. Über das Gerät hat Mirbach den Transportauftrag erhalten, der am Montag um 16 Uhr bei der Disposition einging. „Könnt ihr den Roboter bis Mittwoch, 14 Uhr liefern?“, lautete die Anfrage der Vollert Anlagenbau GmbH, einem weltweit führenden Unternehmen für Maschinen und Anlagen.


Wer wie Wiedmann & Winz oft hochwertige Maschinen transportiert, muss seinen Kunden Pünktlichkeit garantieren – und Transparenz über den Transportverlauf sicherstellen. Disponentin Julia Gröber legt den Auftrag in der Speditionssoftware „Soloplan“ an und überprüft mithilfe von FleetBoard anhand der Lenk- und Ruhezeiten, welcher Fahrer die Tour übernehmen kann. Wenig später erscheinen alle relevanten Daten auf dem Display von Jacques Mirbachs DispoPilot.guide. Über den Touchscreen bestätigt er den Auftrag.

Am Dienstag um 7 Uhr muss die Ladung übernommen werden. Schon vor der Abfahrt in Richtung Ladeort unterstützt die Checkliste auf dem DispoPilot.guide Mirbach dabei, sicherzustellen, dass sein Lkw in technisch einwandfreiem Zustand ist. Dann steckt er seine Fahrerkarte in den digitalen Tachografen und startet aus dem Auftrag heraus die Navigation. Dank Lkw-spezifischer Routenführung gelangt er zielsicher nach Meckesheim und umgeht eine Brücke, die nur für drei Tonnen Last ausgelegt ist.

Jacques Mirbach kennt die Ladestelle auf dem Betriebsgelände und fährt zügig zum Versand. Vor dem Verladen tauscht er sich kurz mit dem Versandchef aus. Kein Problem für den Elsässer, der Französisch und Deutsch spricht. Kontaktpflege ist wichtig, selbst wenn dafür nicht viel Zeit bleibt.

Auch beim Beladen erweist sich der DispoPilot.guide als nützlicher Helfer: Sorgfältig überprüft Mirbach mittels der hinterlegten Ladeliste die Vollständigkeit. Wie all seine Kollegen ist der 52-Jährige in Ladungssicherung geschult. Penibel achtet er auf den korrekten Sitz der Spanngurte. Um die Gefahr von Transportschäden weiter zu minimieren, wird bei Wiedmann & Winz vorausschauendes Fahren trainiert – Rückmeldung zum Bremsverhalten ist mit FleetBoard ebenfalls möglich.


Transparenz. Dank FleetBoard weiß die Disposition jederzeit, wo sich die Fahrzeuge der Spedition gerade befinden.
Transparenz. Dank FleetBoard weiß die Disposition jederzeit, wo sich die Fahrzeuge der Spedition gerade befinden.
Prozesssicherheit. Nach dem Beladen überprüft Jacques Mirbach anhand der Daten auf dem DispoPilot.guide, ob alles an Bord ist (r.).
Prozesssicherheit. Nach dem Beladen überprüft Jacques Mirbach anhand der Daten auf dem DispoPilot.guide, ob alles an Bord ist (r.).

Dann geht es los. Mirbach bestätigt seine Abfahrt im DispoPilot.guide und macht sich auf in Richtung Freiburg, um südlich des Breisgaus die Grenze nach Frankreich zu überqueren. Via Lyon führt die Tour nach Süden bis Marseille. Kurz nach der Grenze meldet sich Mirbachs Handy: eine Erinnerung durch die FleetBoard Driver.app, dass die Lenkzeit bald abgelaufen ist. Hinter Mulhouse steuert er einen Parkplatz für eine Pause an.

FleetBoard bietet die App für Android-Smartphones und -Tablets gratis in 24 Sprachen an. Viele Fahrer nutzen sie auch zum Chatten, so wie Mirbach später am Tag: Er verabredet sich mit Kollegen zum Abendessen in Chalon-sur-Saône, wo er auch die Nacht verbringen will. Ein Gewitter verlangt Höchstleistungen von den Wischerblättern, als er den Parkplatz anfährt.

5 Uhr am nächsten Morgen. Kurz hinter Lyon beginnt der Süden – wenn nur dieser Stau nicht wäre! Dank Live-Traffic-Informationen wird der Actros auf eine andere Route geleitet, sodass nur wenig Zeit verloren geht. In Geislingen verfolgt der Disponent die Fahrt. Er informiert den Kunden über die etwas spätere Ankunftszeit.


Pausiert. Die FleetBoard Driver.app erinnert an ein nahendes Pausenende, aber auch daran, reichlich Wasser zu trinken.
Pausiert. Die FleetBoard Driver.app erinnert an ein nahendes Pausenende, aber auch daran, reichlich Wasser zu trinken.
Geführt. Quer durch Europa auf der besten Strecke – die Lkw-spezifische Navigation berücksichtigt Live-Traffic-Informationen.
Geführt. Quer durch Europa auf der besten Strecke – die Lkw-spezifische Navigation berücksichtigt Live-Traffic-Informationen.

Am Ziel steht der nächste Halt schon fest.

Zügig geht es über die Berge. Der vorausschauende Tempomat Predictive Powertrain Control erkennt anhand von GPS-Daten und gespeichertem Kartenmaterial vorausliegende Steigungen und Gefälle und sorgt so dafür, dass Mercedes PowerShift 3 jederzeit Gang und Tempo den Gegebenheiten anpasst. Kurz vor Avignon legt Mirbach eine letzte Pause ein und gönnt sich ein Croissant und ein Wasser. Ans Trinken hat ihn die Gesundheitsfunktion der FleetBoard Driver.app erinnert.

Kaum hat der Fahrer die Zustellung des Roboters über den DispoPilot.guide gemeldet, geht es auch schon weiter. Das Display zeigt einen Auftrag für die Rückfahrt: 20 Paletten Wein in Châteauneuf-du-Pape für einen Großhändler in Nürnberg. Doch zuvor klingelt das Handy: Fuhrparkleiter Carsten Effenberger will anhand der Daten aus der FleetBoard Einsatzanalyse die Tour durchgehen. Er gibt dem Fahrer Tipps zur Einstellung der Geschwindigkeitstoleranzen von Predictive Powertrain Control – das spart Sprit. Seine Fahrweisennote kann sich Mirbach anschließend noch einmal in Ruhe in der Driver.app anschauen.



Als das erledigt ist, ruft Mirbach den neuen Auftrag auf und startet das Navi. Gegen 16.30 Uhr verlässt er den Hof. Für die Schönheit der provenzalischen Landschaft, für die sanften Hügel und Weinreben hat Mirbach keinen Blick. Er muss konzentriert bleiben. Kaum hat er den Wein an Bord, geht es weiter nach Millau. Dort füllt er die Ladefläche mit zehn Paletten Stahl für einen Kunden in Ansbach auf.

Eine neue Nachricht auf dem DispoPilot.guide: Das Technik-Center von Wiedmann & Winz bittet um einen Werkstattbesuch nach der Tour für eine Wartung. Über FleetBoard sind die Techniker immer nah dran am Fahrzeug: Wichtige Daten werden online übertragen. So lässt sich der nächste Service rechtzeitig planen, ehe es zu Problemen kommt. Mirbach bestätigt den Termin. Dann steigt er ins Fahrerhaus und startet den Actros. Auf nach Norden, zurück nach Hause!

Fotos: Dieter Rebmann 
Infografik:: Volker Römer